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Nordwestmecklenburg Brodkorb überreicht Johnson-Lesebuch
Lokales Nordwestmecklenburg Brodkorb überreicht Johnson-Lesebuch
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20:21 19.05.2016
Minister Mathias Brodkorb (l.) überreichte dem Klützer Bürgermeister Guntram Jung das erste Exemplar des neuen Lesebuchs. Quelle: D. Heidmann

Mit einem Paket hat Kultusminister Mathias Brodkorb gestern das Literaturhaus „Uwe Johnson“ betreten. Das unbekannte Mitbringsel weckte sofort die Neugier aller Anwesenden. Brodkorb war während seiner dreitägigen Kultur-Tour durchs Land nach Klütz gekommen, um sich mit den Verantwortlichen des Literaturhauses auszutauschen. Im Hinterhof lüftete der SPD-Politiker schließlich das Geheimnis. Er überreichte dem ebenfalls anwesenden Klützer Bürgermeister Guntram Jung (CDU) und dem Literaturhaus die allerersten Exemplare eines neuen Lesebuchs zu Uwe Johnson. „Das bekommen alle Schulen im Land zugeschickt“, kündigte Brodkorb an.

Denn wer künftig sein Abitur macht, soll sich in der Oberstufe mit einem Werk der großen MV-Literaten auseinandersetzen. Laut Brodkorb ist das Buch, von dem 12000 Stück verteilt werden, der erste Teil eines geplanten Bandes zu den wichtigen Schriftstellern Mecklenburg-Vorpommerns. Unter anderem sollen auch die Werke von Walter Kempowski und Wolfgang Koeppen behandelt werden. Die Reihe trägt den Namen „Das flache Land – Literarische Lesebücher“ und wird vom Kultusministerium in Auftrag gegeben.

„Die Idee entstand vor drei Jahren zusammen mit Professor Holger Helbig“, erzählte Brodkorb. Helbig arbeitet an der Uni Rostock und besitzt die Uwe Johnson-Professur. Er gestaltete den Inhalt des ersten Lesebuches. Darin sind ein biografischer Abriss, Texte sowie Aufgaben zu den Werken des Schriftstellers enthalten. Anja-Franziska Scharsich, Leiterin des Klützer Literaturhauses, freute sich über die Überraschung. „Das Buch passt sehr gut zu unserem Haus.“ Auch Bürgermeister Jung war angetan. „Es ist toll, dass Schriftsteller wie Johnson fester Bestandteil des Schulstoffs werden.“

Brodkorb hatte auch eine zweite gute Botschaft im Gepäck: Das Literaturhaus wird in den nächsten fünf Jahren mit jeweils 35000 Euro vom Land gefördert. Das sind 7000 Euro mehr als zuletzt.

„Erfreulich und auch notwendig“, reagierte Scharsich auf die Nachricht. Das Haus wolle nicht den Status quo halten, sondern mehr machen, um Gäste auch zum Wiederkommen anzuregen. „Es wird aber nicht billiger, den Betrieb aufrecht zu erhalten“, meinte die Literaturhaus-Leiterin. Für die fünfjährige Subventionierung setzt das Kultusministerium voraus, dass die Stadt Klütz als Träger der Einrichtung ihre Fördersumme nicht absenke. „Da mache ich mir keine Sorgen“, sagte Bürgermeister Jung. Er betonte: „Das Geld ermöglicht weiterhin eine Ausstellung mit hoher Qualität.“ Auch Brodkorb sieht das Geld gut angelegt. „Dass eine kleine Stadt wie Klütz so ein Literaturhaus betreibt, ist bemerkenswert.“

80000 Besucher seit der Millionensanierung

1,24 Millionen Euro kostete die Sanierung des Literaturhauses „Uwe Johnson“. Im April 2006 eröffnete es nach eineinhalbjähriger Bauzeit. Träger der Einrichtung ist die Stadt Klütz. Seitdem hat sich das Haus einen Namen gemacht.

250 Schriftsteller, Wissenschaftler, Schauspieler und Musiker waren in etwa seit der Eröffnung mit Vorträgen oder literarischen Programmen zu Gast im Literaturhaus, darunter auch Angela Merkel.

80000 Besucher hat das Literaturhaus seit 2006 gezählt. Die Gäste besuchten Stadtbibliothek, Stadtinfo, Haus, Ausstellung und Veranstaltungen.

Daniel Heidmann

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