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Nordwestmecklenburg Bürger fordern Schutz vor Lärm und Erschütterungen
Lokales Nordwestmecklenburg Bürger fordern Schutz vor Lärm und Erschütterungen
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20:13 22.09.2017
Regenwasser sammelt sich in Löchern und Rillen, die in der Hauptstraße in Herrnburg klaffen. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Lärm und Erschütterungen ihrer Häuser machen den Anwohnern der Hauptstraße in Herrnburg das Leben schwer. „Es geht morgens um vier schon mit dem Lärm los“, berichtet Hans Dieter Oldenburg. Seine Schilderungen decken sich auch mit denen anderer Anlieger, als er sagt: „Wenn Fahrzeuge durchfahren, wackelt manchmal das Haus.“

Anwohner der Hauptstraße in Herrnburg listen Mängel der L 02 auf.

Betroffene Bürger haben die „Initiative Mängelbeseitigung Ortsdurchfahrt Herrnburg“ gegründet, sich mit einem Schreiben an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr gewandt und eine Liste mit 75

Unterschriften beigelegt. Alle angesprochenen Anwohner von Höhe Bahnübergang bis zum Ortsausgang Richtung Lübeck haben nach Auskunft der Initiative unterschrieben.

In ihrem Schreiben erläutern die betroffenen Bürger: „Uns ist bewusst, dass es keinen absolut störungsfreien Durchgangsverkehr gibt. Wir sind aber der Meinung, dass durch entsprechende Maßnahmen eine akzeptable Situation erreicht werden kann.“ Die Anwohner bitten das Landesamt um Verständnis für ihre Sorgen und fordern es auf, Schritte einzuleiten, um Mängel zu beseitigen, die sie aufführen:

Risse in der Fahrbahn erweitern sich zu Querrinnen, Kanaldeckel liegen zu tief und klappern, um Absperrschieber herum bilden sich Mulden, Reparaturarbeiten nach Aufbruch der Straßendecke wurden, so die Anlieger, nicht ordnungsgemäß ausgeführt, hinnehmbare Lärmpegel werden überschritten, Häuser werden erschüttert – besonders durch den Lkw-Verkehr mit der Folge, dass die Gebäude Risse bekommen. Die Initiative erläutert dem Landesamt, „dass es beiderseits der Straßenführung eine enge Bebauung gibt.“ Dadurch seien zahlreiche Einwohner betroffen. Die durch Herrnburg führende Landesstraße 02 sei sehr viel befahren. Ein Hauptgrund: Sie ist eine Verkehrsanbindung zur Hansestadt Lübeck. Besonders hart zu spüren bekommen Anwohner das, wenn die nahe A 20 wegen eines Unfalls gesperrt ist. Dann wollen noch mehr Autofahrer durch Herrnburg.

Die Initiative erinnert daran, dass der Bau einer Umgehungsstraße für Herrnburg vor Jahren auf Landesebene abgelehnt wurde. Daraus ziehen die Anwohner den Schluss: „Da also die Option nicht realisierbar erscheint, muss aus unserer Sicht aber sichergesellt werden, dass Bedingungen geschaffen werden, die die Belastung insbesondere für die Straßenanlieger erträglich machen.“ Der Zustand der L 02 sei in Herrnburg beklagenswert – vor allem zwischen dem Bahnübergang im Ort und der Stadtgrenze von Lübeck.

In Schwerin sind die Hinweise und Forderungen aus Herrnburg angekommen. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung teilte auf Anfrage mit: „Das Schreiben der Bürgerinitiative ist erst kürzlich im zuständigen Straßenbauamt Schwerin eingegangen.“ Der Sachverhalt werde geprüft. „Selbstverständlich erhält die Initiative in angemessener Frist eine Antwort“, kündigt das Ministerium an.

Im Januar vorigen Jahres machten Anwohner der Hauptstraße in einer Einwohnerversammlung gegenüber Vertretern der Gemeinde Lüdersdorf zahlreiche Vorschläge, wie ihre Belastung zu verringern wäre.

Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) versprach, dass sich die Gemeinde darum kümmern werde. Huzel ermunterte die Betroffenen, sich ebenfalls an die Behörden zu wenden – was sie als Initiative nun gemeinsam tun. Im März 2016 beschloss eine Mehrheit der Gemeindevertretung einen „Lärmaktionsplan“ für die Hauptstraße. Er regt unter anderem an, Unebenheiten in der Fahrbahn zu beseitigen und die Straße mit „Flüsterasphalt“ zu versehen. Dabei weist die Gemeinde darauf hin, dass nicht sie für das Aufbringen eines lärmmindernden Belages auf der Landesstraße zuständig ist.

Umgesetzt wurde bisher nur ein Punkt des „Lärmaktionsplans“: Eine Leuchttafel zeigt Autofahrern an, wie schnell sie fahren.

Jürgen Lenz

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