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Nordwestmecklenburg Bürger kämpfen für neuen Straßennamen
Lokales Nordwestmecklenburg Bürger kämpfen für neuen Straßennamen
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20:18 06.02.2018
Das ist eine bürgerfreundliche Lösung.Peter Ellenberg, Stadtvertreter
Klütz

Die Diskussion über die Umbenennung der acht Dorfstraßen in Klütz erhält einen neuen Impuls. Nachdem der Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Umwelt (WTU) zuletzt die Empfehlung abgegeben hatte, keine Veränderungen vorzunehmen (die LN berichteten), haben sich nun Anwohner aus dem Ortsteil Niederklütz in der Stadtvertretung zu Wort gemeldet. Sie machten gegenüber Bürgermeister Guntram Jung (CDU) den Wunsch deutlich, der Dorfstraße in ihrer Ortslage einen neuen Namen zu verpassen. Der WTU-Ausschuss soll nun noch einmal über das Thema beraten.

Anwohner aus Niederklütz setzen sich in der Klützer Stadtvertretung für neuen Namen der Dorfstraße ein.

„Es ist mein Anliegen, sie umzubenennen“, beendete Barbara Stierand ihren Beitrag während der Einwohnerfragestunde. Sie wohnt seit mehr als zehn Jahren in der Dorfstraße in Niederklütz und betreibt dort einen Verlag. „Und wir haben gefühlt sechseinhalb Jahre damit verbracht, den Leuten zu erklären, wo wir wohnen“, berichtete sie. Speditionen und Lieferanten hätten in der Vergangenheit mehrfach Probleme gehabt, die richtige Adresse zu finden. Denn ohne Ergänzung des Ortsteils ist eine Eindeutigkeit bei acht existierenden Dorfstraßen in Klütz nicht gegeben. „Zum Glück mussten wir noch keine Rettungsdienste rufen. Sie hätten uns im Notfall womöglich nicht gefunden“, betonte Stierand. Sie schlug auch einen neuen Namen vor: „Im Kaiser“.

Stadtvertreter Klaus Heselhaus setzte sich am Montagabend für eine Umbenennung ein. „Der WTU-Ausschuss begründete seine Empfehlung auch damit, dass die Anwohner mehrheitlich gegen eine Umbenennung seien. Ich kann diese Meinung für Niederklütz nicht nachvollziehen“, sagte er. Er hätte einen völlig anderen Eindruck. Heselhaus schlug vor, die Fälle separat zu betrachten. „Ortsteile, die ihre Dorfstraße behalten wollen, sollen das auch können. Aber es ist nicht richtig, die anderen in Sippenhaft zu nehmen.“

Die Einwände fanden Gehör. Allerdings betonte Bürgermeister Guntram Jung, dass die Beteiligung der Einwohner bei dem Thema in den zurückliegenden Wochen nicht besonders hoch gewesen sei. „Ich war enttäuscht und hätte mir mehr Resonanz gewünscht“, meinte er. Die meisten Reaktionen hätte es aber aus Niederklütz gegeben. „Nun sollten wir uns um eine Meinungsbildung aus den anderen Ortsteilen bemühen“, so Jung. Gleichzeitig berichtete er von einer Anfrage an die Leitstelle Nordwestmecklenburg. Diese hätte ergeben, dass die vielen Dorfstraßen in Klütz bei den Rettungskräften bisher nicht für Probleme gesorgt hätten.

Dennoch brachte Stadtvertreterin Angelika Palm – auch Vorsitzende des WTU-Ausschusses – den Antrag ein, den bisherigen Grundsatzbeschluss bestehen zu lassen. Er wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Damit bleibt die generelle Bereitschaft, Dorfstraßen umzubenennen, erhalten. In Zukunft könnte es hier zu Einzelentscheidungen kommen. Stadtvertreter Peter Ellenberg, der die Diskussion im vergangenen Jahr angestoßen hatte, sieht diese Lösung als „bürgerfreundlich“ an. „Wir sollten den Anwohnern freistellen, ob sie die Initiative ergreifen“, sagte er. Bürgermeister Jung bestätigte das:

„Unser Bestreben sollte es sein, das zu tun, was die Bürger möchten.“

Daniel Heidmann

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