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Nordwestmecklenburg Bürger sauer: Radeln wird zur Gefahr
Lokales Nordwestmecklenburg Bürger sauer: Radeln wird zur Gefahr
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21:18 29.08.2013
Tiefe Furchen durchziehen den Radweg, der Pötenitz mit der Lübecker Halbinsel Priwall verbindet. Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Von Pötenitz zum Priwall und zurück radeln — eine wunderschöne Tour, wenn der Radweg an der Kreisstraße einigermaßen in Ordnung wäre. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Streckenweise schlingern die Rädern auf Sand und Kies. Der Weg ist von Furchen durchzogen. Radler fürchten mit anderen zusammenzustoßen oder zu stürzen. Deshalb weichen viele auf die schmale Straße aus — obwohl Verkehrsschilder das verbieten. Vom Ergebnis berichtet Gerlinde Uth aus Pötenitz: „Auf der Straße wird man von den Autofahrern angehupt und angepöbelt.“ Und gefährlich ist es auch. Was also tun? Den Radweg in einen sicheren Zustand versetzen, argumentieren Einwohner von Pötenitz.

An Ämter haben sie sich mehrmals gewandt — doch der Zustand wurde nicht besser, sondern teilweise schlechter. „Es ist kein sicheres Fahren“, sagt Rolf Henschel (62). Besonders für Kinder sei es schwierig. Zudem würden einige Abgrenzungspfosten zwischen Radweg und Straße wegrotten. Der Pötenitzer kritisiert: „Man zahlt Steuern und nichts passiert.“

„Die Kritik am Zustand des Radwegs ist berechtigt“, sagt der Pötenitzer Manfred Blohm (67). Auch er ist auf dem Radweg ins Schlingern gekommen. Liddy Wilhelm aus Pötenitz ergänzt: „Teilweise ist der Belag weich, teilweise hart. Dadurch kommt man immer wieder aus der Spur.“

Petra Rappen, Pressesprecherin des Landkreises Nordwestmecklenburg, sagt: „Das Problem ist uns bekannt.“ Die Beschwerden nähmen zu. Es sei eine schwierige Situation, „weil wir nicht versiegeln dürfen.“ Die Kreisstraße führt durch das 580 Hektar große Naturschutzgebiet „Küstenlandschaft zwischen Priwall und Barendorf mit Harkenbäkniederung.“ Petra Rappen sagt: „Wir haben es in diesem Sommer mit sogenanntem Promenadenkies — lehmhaltigem Kies — versucht. Bei der Trockenheit ließ er sich nicht so einarbeiten wie wir gehofft haben.“ Es sei für den Kreis ein großer Aufwand, diesen Radweg zu bewirtschaften.

„Schade um die Arbeit, die hier investiert wird. Walzen bringt nur eine Vierteilstunde etwas. Es muss ein anderer Belag genommen werden“, sagt der Pötenitzer Wolfgang Uth (70). Es gebe auch wasserdurchlässiges Material, das nicht so feinkörnig ist wie das für den Radweg zwischen Pötenitz und dem Priwall verwendete.

Erstes Ergebnis der aktuellen Beschwerden und Anregungen von Bürgern aus Pötenitz: Der zuständige Fachdienst des Landkreises hat jetzt einen Vororttermin mit dem Kreisstraßenmeister anberaumt. Dabei soll es auch um die teilweise maroden Pfähle gehen.

Auf der Straße wird man von den Autofahrern angehupt und angepöbelt.“Gerlinde Uth, Pötenitz

Jürgen Lenz

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