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Nordwestmecklenburg Bürger und Gemeinde gegen Kiesabbau
Lokales Nordwestmecklenburg Bürger und Gemeinde gegen Kiesabbau
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20:10 26.04.2017
Teschower blicken mit Sorge auf die Landschaft, in der sie leben. Sie befürchten seit Längerem, dass wieder Kiessande abgebaut werden. Quelle: Foto: Jürgen Lenz
Teschow

Die Gemeinde Selmsdorf lehnt entschieden ab, dass wieder Kies auf der Halbinsel Teschow abgebaut wird, wie das bis 2008 geschah. Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) erklärt: „Wir sehen beim geplanten Kiesabbau nur einen Vorteilsnehmer und viele Benachteiligte.“ Ihre Bedenken gegen einen Antrag der Sanders Immobilien-Verwaltung-Leasing-GmbH aus dem nordrheinwestfälischen Münster bringt die Kommune heute in einem nichtöffentlichen Erörterungstermin vor, zu dem das Bergamt Stralsund ins ehemalige Feuerwehrgerätehaus in Teschow einlädt.

Bei der mündlichen Verhandlung werden auch Bürger ihre Einwände vorbringen. Wie berichtet, befürchten sie einen deutlich zunehmenden Lkw-Verkehr nicht nur in Teschow, Schäden an Häusern und eine Zerstörung des idyllischen Landschaftsbildes.

Beim heutigen Erörterungstermin geht es um eine Änderung des Betriebsplanes für die 13,14 Hektar große Kiessandlagerstätte Teschow-Erweiterung. Die bereits ausgelaufene Genehmigung zum Abbau soll nach dem Wunsch des Antragstellers bis zum 31. Dezember 2030 verlängert werden. Kiessande werden in dem Gebiet seit 2008 nicht mehr gewonnen. Sanders schätzt die noch abbaubaren Vorräte auf 1,5 Millionen Tonnen.

Der Selmsdorfer Bürgermeister hält dem entgegen: „Landschaftsschutzgebiet, Naturschutzgebiete und europäisches Vogelschutzgebiet zeigen deutlich, wie wertvoll dieser Landstrich ist. Dies für den Kiesabbau zu opfern und damit nur den Interessen von Einzelnen zu dienen, wäre in meinen Augen verantwortungslos, von der Belastung der Bevölkerung in Sülsdorf, Teschow und Selmsdorf durch die Kieslaster gar nicht zu sprechen.“

Ähnlich argumentiert die Gemeinde in ihrer einstimmig beschlossenen Stellungnahme gegenüber dem Bergamt. Kreft hebt auch die Erholungsfunktion der Halbinsel hervor. Er sagt: „Sie wird jetzt schon durch viele Menschen, die Erholung suchen, insbesondere an den Wochenenden zu Fuß, mit dem Rad oder Auto besucht. Die einmalige Landschaft kann nach Auffassung der Gemeinde mit keiner Renaturierungsmaßnahme so wieder hergestellt werden, wie sie jetzt ist. Kreft zieht den Schluss: „Alles in allem im Interesse der Bevölkerung und Natur kein Vorhaben, das man unterstützen kann.“

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) lehnt eine Verlängerung der Genehmigung zum Kiesabbau strikt ab. Er argumentiert, das Vorhaben widerspreche den Zielen des Landschaftsschutzgebietes „Palinger Heide und Halbinsel Teschow“ und vertrage sich nicht mit der Erholungsfunktion der ruhigen Gegend. Das Unternehmen Sanders war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Jürgen Lenz

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