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Nordwestmecklenburg Bürgerbahnhof: Blick in die Zukunft
Lokales Nordwestmecklenburg Bürgerbahnhof: Blick in die Zukunft
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21:32 25.10.2013
Bahnhöfe ziehen Menschen an: Viele Besucher informierten sich über die Geschichte des Gebäudes. Fotos (6): Robert Niemeyer

Grevesmühlens Bürgermeister Jürgen Ditz musste sicherlich schon schlimmeres verkünden. „Wir rechnen mit insgesamt 1,3 bis 1,5 Millionen Euro Fördermitteln“, sagte Ditz anlässlich der Eröffnung des 2. Bürgerbahnhofes am gestrigen Freitag. 400 000 Euro gab es bereits im vergangenen Jahr vom Landwirtschaftsministerium, weitere rund 950 000 Euro könnten über Städtebaufördermittel hinzu kommen. Damit sieht es gut aus für die Finanzierung der Sanierung des Bahnhofsgebäudes. 2,5 Millionen Euro wird diese insgesamt kosten, schätzt die Stadtverwaltung. Wie weit die Arbeiten an dem Gebäude bereits sind, davon konnten sich die Besucher gestern ein Bild machen.

‘Aufzug‘ stand an vielen Ecken in roten Buchstaben an Wänden und Fußböden, Mauern waren durchbrochen, Pläne und an die Wand projizierte Bilder gaben einen Eindruck davon, wie das Gebäude im Inneren einmal aussehen könnte. „Wir hoffen, dass wir spätestens 2015 fertig sind“, sagte Jürgen Ditz. Die gestern gesammelten Ideen sollen ausgewertet und in die weitere Diskussion zur Nutzung einbezogen werden.

Der nächste Schritt, so Bauamtsleiter Lars Prahler, ist die Diskussion und Absegnung eines Nutzungskonzeptes. „Wir wollen zum Jahreswechsel den Bauantrag stellen“, sagte Prahler. Von dem Konzept hänge auch ab, wie teuer das Projekt letztendlich wirklich wird. Geplant ist, ein Reisbüro im Erdgeschoss unterzubringen. Das Jugendhilfezentrum Käthe Kollwitz aus Rehna favorisiert nach wie vor einen Umzug aus der Großen Seestraße. „Wenn es insgesamt passt, möchten wir mit einer sozialpädagogischen Familienhilfe und unserer Außenstelle der Erziehungshilfe hier einziehen“, sagte Anke Baumgarten von der Beratungsstelle des Jugendhilfezentrums.

Offen ist noch, ob auch ein Hostel unter dem altehrwürdigen Dach unterkommt. Einen Betreiber habe die Stadt noch nicht gefunden. Plan B ist laut Lars Prahler, dass der Jugendclub nahe der Fritz-Reuter-Schule in das Gebäude einzieht.

Gestern wurde zudem ein weiteres Projekt vorgestellt. Der Bahnhof sowie auch der auf dem Güterbahnhofsgelände geplante Supermarkt soll mit Abwasserwärme beheizt werden. „Das Abwasser von der Molkerei soll dafür genutzt werden. Damit könnte man 20 Eigenheime beheizen“, sagte Ingenieur Frank Meyer, „Wir wollen die Wärme recyclen.“ Die Investoren des Supermarktes hätten bereits großes Interesse signalisiert. Noch sei die Idee jedoch am Anfang.

Die Gäste des Bürgerbahnhofes durften nicht nur ihre Ideen für das Gebäude auf eine Tafel schreiben, auch sportlich waren sie gefragt. Eine Tischtennisplatte und ein Tisch-Kicker erfreuten sich großer Beliebtheit, Sofas luden an allen Ecken zum Verweilen ein. Bei Annette Krug vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege gab es Informationen zur Geschichte und zum Stil des Baus. „Der Bahnhof hat großes Potenzial. Die Aufgabe ist es nun, das Bahnhofsflair in eine neue Nutzung zu transportieren“, sagte die Konservatorin.

Robert Niemeyer

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