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Nordwestmecklenburg Bürgerinitiative befürchtet Enteignung
Lokales Nordwestmecklenburg Bürgerinitiative befürchtet Enteignung
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00:00 27.10.2012
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Nordwestmecklenburg

Herrnburg – Eine Bürgerinitiative macht sich stark gegen das Umlegungsverfahren „Herrnburg Ortsmitte“, dessen Anordnung die Lüdersdorfer Gemeindevertretung beschlossen hat, um Voraussetzungen für ein Wohnbaugebiet unweit der Hauptstraße zu schaffen. In einer Unterschriftensammlung von Grundstückseigentümern heißt es: „Wir fordern den Gemeinderat, den Bauausschuss, den Bürgermeister Dr. Huzel und den Amtsvorsteher auf, dieses Verfahren unverzüglich einzustellen.“

„Es kann nicht angehen, dass nach fast 25 Jahren des Mauerfalls bestehende Eigentumsverhältnisse nicht respektiert werden“, kritisierten gestern die Sprecher der Bürgerinitiative. Sie wollten anonym bleiben, weil, wie sie sagen, ansonsten Repressionen zu befürchten seien. „Hier sollen mehr als 20 Eigentümer mittels des sogenannten ,Umlegungsverfahrens’ zwangsenteignet werden“, teilt die Bürgerinitiative mit. Es gehe nicht, wie bei einigen anderen Umlegungsverfahren, um unbebaute Freiflächen. Vielmehr werde Bürgern hinter ihren Häusern der persönliche Lebensraum entzogen. Dem Allgemeinwohl diene das Vorhaben nicht. Es gebe in Herrnburg genug Baugrundstücke. Die Bürgerinitiative erwägt nach eigenem Bekunden Widersprüche und Klagen. Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) argumentiert dagegen: „Der Begriff ,Enteignung’ ist deplatziert, weil nichts weggeht, ohne dass man eine bebaubare Fläche erhält.“ Die Gemeinde habe bereits mit dem Umlegungsverfahren für das Wohnbaugebiet „Mietenplatz“ in Wahrsow gute Erfahrungen gemacht. „Am Ende waren alle zufrieden“, so Huzel.

Es sei ihm bewusst, dass mit der Informationsveranstaltung für die Eigentümer in „Herrnburg Ortsmitte“ am 15. Oktober nicht alle Vorbehalte ausgeräumt worden seien. Alle Besitzer würden individuell angesprochen und darüber informiert, was das Verfahren für ihr Land bedeute. Ein Argument für die Planung sei der Wunsch einiger Besitzer gewesen, ihr Grundstück bebauen zu können.

Was einige Eigentümer besonders erzürnt: Zwar sei ihnen gesagt worden, eine Wirtschaftlichkeitsprüfung sei ausschlagend dafür, ob das Wohnbaugebiet überhaupt geschaffen wird, doch das Unternehmen Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern kündigt bereits auf seinen Internetseiten an: „Die Erschließungsarbeiten für dieses wunderbare Fleckchen Erde beginnen im Jahr 2014.“

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