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Nordwestmecklenburg Bürgermeisterkandidaten Uwe Wandel und Lars Prahler im Interview
Lokales Nordwestmecklenburg Bürgermeisterkandidaten Uwe Wandel und Lars Prahler im Interview
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19:13 15.09.2016
Sonntag ab 18 Uhr werden die Stimmen im Rathaus ausgezählt, die Ergebnisse sind im Rathaussaal zu sehen. Die Wähler können sich dort aktuell informieren. Quelle: Michael Prochnow

Warum sollen die Wähler am Sonntag bei Uwe Wandel ihr Kreuz machen?

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Zwei Tage vor dem entscheidenden Wahlgang äußern sich beide Kandidaten über ihre persönlichen Ziele und Beweggründe / Sie hatten sich am 4. September unter den fünf Bewerbern durchgesetzt.

Wandel: Weil ich die richtige Kombination bin, da ich sowohl Wirtschaft als auch Kommunalpolitik erfolgreich zusammenbringen kann.

Ich bin seit 25 Jahren Unternehmer und kann heute schon sagen, dass 2016 unser mit Abstand erfolgreichstes Jahr werden wird. Für die Übergabe an meinen Sohn Ende des Jahres werde ich die Latte noch ein gutes Stück höher legen. Das hängt auch mit unserem guten Betriebsklima zusammen. Das schaffst du nicht, wenn du keine Mitarbeiter hast, auf die du dich voll und ganz verlassen kannst.

Wie viele Mitarbeiter arbeiten bei Wandel und Partner in Grevesmühlen und der Zweigstelle in Wismar?

Wandel: Insgesamt sind es 37, wir haben mit acht Mitarbeitern nach der Wende angefangen und uns seitdem stetig vergrößert.

Was kann man aus der Wirtschaft mitnehmen für die Führung einer Verwaltung?

Wandel: Das ist ganz einfach. Ein Dienstleistungsunternehmen, wie wir es sind, und eine Verwaltung unterscheiden sich gar nicht so sehr voneinander. Wir haben Kunden – ebenso wie die Verwaltung. Den Menschen gilt es an die Hand zu nehmen und auf dem schnellsten und entspanntesten Weg eine Lösung zu finden.

Hier bei uns ist es der Auftrag, wie zum Beispiel die Reparatur eines Fahrzeugs, in der Verwaltung ist es der neue Ausweis oder die Ummeldung. Die Verwaltung ist ein Dienstleister für den Bürger. Das muss auch jedem Mitarbeiter in der Verwaltung klar sein.

Wenn Sie gewählt werden, geben Sie Ihren Posten in einem gut laufenden Unternehmen auf, ebenso das Ehrenamt als Bürgermeister von Gägelow. Warum das alles?

Wandel: Geld ist schon einmal nicht der Grund, ich muss meine Pension nicht mehr sichern, das ist längst geschehen. Ich habe jetzt einen Fulltime-Job als Unternehmer plus einen Fulltime-Job als ehrenamtlicher Bürgermeister. Auch wenn der eine oder andere das nicht so sieht, aber als Bürgermeister von Gägelow, einer der größten Gemeinden im Amtsbereich, ist der Aufwand schon sehr groß.

Insofern sehe ich die Aufgabe in Grevesmühlen als neue Herausforderung. Es reizt mich, die Stadt, die ihren Status als Kreisstadt verloren hat, wieder nach vorn zu bringen.

Sie haben im LN-Forum das Thema Energie angesprochen, das Sie als Bürgermeister intensivieren wollen. Wie ist das gemeint?

Wandel: In Grevesmühlen haben wir die Möglichkeit, durch die Stadtwerke zusätzliche Einnahmen zu generieren. Wenn ich allein daran denke, wie viele Dachflächen hier noch ungenutzt sind. Dort könnten Photovoltaik-Anlagen installiert werden, ohne dass man Äcker und Wiesen umnutzen müsste. Desto mehr Energie wir aus solchen Anlagen produzieren, umso weniger Windräder brauchen wir. Wobei auch Windkraftanlagen ein Mittel sind, dort müssen vernünftige Wege gefunden werden.

Sie haben den Begriff eines Integrationsbeauftragten für Grevesmühlen angesprochen. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wandel: Das klingt nach einem großen Namen, aber am Ende ist das nichts anderes als jemand, der in der Verwaltung einen Flüchtling oder einen Rentner oder einfach einen Bürger, der sich allein nicht zurechtfindet, an die Hand nimmt und ihm hilft.

Das heißt, der Integrationsbeauftragte soll sich nicht allein um Flüchtlinge kümmern.

Wandel: Nein, natürlich nicht. Es gibt viele ältere Leute, die sich in der Verwaltung nicht zurechtfinden. Da braucht es jemanden, der sich dieser Aufgabe annimmt und sagt: Ich begleite dich und helfe dir. Im Grunde genommen ist das nichts anderes als guter Service für den Bürger. Denn bei uns im Autohaus läuft das auch nicht anders, als dass sich jemand um den Kunden kümmert. Es ist ein großer Name für eine eigentlich selbstverständliche Sache.

Wie groß ist der Stress seit der Wahl?

Wandel: Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich froh, wenn das am Sonntag vorbei ist. Aber ich glaube, dass geht meinem Mitbewerber ebenso. Aber das gehört nun mal dazu.

Prognosen für die Wahlbeteiligung?

Wandel: Ich würde mir wünschen, dass wir an die 40 Prozent kommen. Ich fordere alle Grevesmühlener auf, am Sonntag zur Wahl zu gehen und bitte sie, mich zu wählen.

Interviews: Michael Prochnow

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