Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Bürgermeisterwahl: Uwe Wandel legt Einspruch ein
Lokales Nordwestmecklenburg Bürgermeisterwahl: Uwe Wandel legt Einspruch ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:50 22.09.2016
In acht Wahllokalen gaben die Grevesmühlener am vergangenen Sonntag ihre Stimmen ab. Nun behauptet der unterlegene Uwe Wandel, dass es berechtigte Hinweise gebe, dass die ausgezählten Stimmen nicht den am Ende übermittelten Stimmen entsprechen. Fotos (2): Karl-Ernst Schmidt

Paukenschlag in Grevesmühlen: Uwe Wandel (Die Linke) will Einspruch gegen das Ergebnis der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Grevesmühlen einlegen. Sein Vorwurf: Es gebe berechtigte Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Stimmen. Wandel war am vergangenen Sonntag knapp Lars Prahler (für die CDU) unterlegen. 32 Stimmen hatten den Unterschied gemacht. Es war das knappeste Ergebnis in der Geschichte Grevesmühlens.

Es gebe Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei der Stimmenauszählung / Kandidat der Linken war am Sonntag Lars Prahler knapp unterlegen – es fehlten 32 Stimmen.

„Es gibt Hinweise, dass die ausgezählten Stimmen nicht den am Ende übermittelten Stimmen entsprechen“, sagt Uwe Wandel auf LN-Nachfrage. Bei einem solch knappen Wahlergebnis, sei es in gegenseitigem Interesse, Spekulationen und Gerüchten Einhalt zu gebieten. „Bei einem Unterschied von 400 Stimmen käme niemand auf die Idee, eine Überprüfung anzuregen. Aber hier geht es um 17 Stimmen, die entscheidend für den Ausgang sind“, so Wandel. Sie könnten das Ergebnis komplett auf den Kopf stellen.

Der Kreisverband der Linken unterstützt den Einspruch. „Wir nehmen die uns zugetragenen Informationen ernst. Das hat nichts damit zu tun, dass wir schlechte Verlierer sind, sondern ist im Sinne der Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger in Grevesmühlen, dass bei diesem knappen Wahlausgang mögliche Unregelmäßigkeiten überprüft werden“, sagt Kreisvorsitzender Horst Krumpen.

Bei der Stadt war bis gestern noch kein offizielles Schreiben eingegangen. „Wir wissen nichts. Doch die Einspruchsfrist von 14 Tagen läuft noch“, meint Stadtsprecherin Regina Hacker. Es sei das Recht eines Jeden, Einspruch einzulegen. Während des Wahlsonntags waren keine Unregelmäßigkeiten aufgefallen. Pirko Scheiderer, Leiterin des Hauptamtes, habe alle Ergebnisse entgegengenommen und Protokolle geprüft – ohne Auffälligkeiten. Aktuell weilt Scheiderer im Urlaub und war gestern für keine Stellungnahme zu erreichen.

Auch der Stichwahlsieger Lars Prahler und der noch bis Ende November amtierende Bürgermeister Jürgen Ditz (ptl.) konnten kein Statement zum Einspruch von Uwe Wandel abgeben. Sie sind als Vertreter Grevesmühlens aktuell in Ungarn unterwegs, um sich mit einer Partnerstadt auszutauschen.

Nun entscheidet die Stadtvertretung auf ihrer nächsten Sitzung am 7. November über den Einspruch. Sie kann einen Wahlprüfungsausschuss einleiten, die Prüfung aber auch selbst durchführen. „Der Einspruch hat auf jeden Fall keine aufschiebende Wirkung“, betont Regina Hacker. Zunächst laufe alles wie geplant weiter. Heißt: Auch die Ernennung des neuen Bürgermeisters während der nächsten Stadtvertretersitzung erfolgt wie vorgesehen. „Es wird alles weiter vorbereitet“, so Hacker.

4064 Grevesmühlener hatten am Sonntag an der Stichwahl teilgenommen. Prahler hatte mit insgesamt 2048 Stimmen (50,4 Prozent) die Nase vorn, Wandel kam auf 2016 (49,6 Prozent). Der bisherige Bauamtsleiter ging in den Wahllokalen Rathaus, Vereinshaus, Kita Lustgarten, Ploggenseehalle II sowie bei den Briefwahlen als Sieger hervor. Wandel bekam mehr Stimmen in den Lokalen im Gymnasium am Tannenberg, in der Gaststätte Malzfabrik, in der Ploggenseehalle I sowie in der Diakonie.

 Nicole Buchmann und Daniel Heidmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige