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Nordwestmecklenburg Bunt, heiß und märchenhaft
Lokales Nordwestmecklenburg Bunt, heiß und märchenhaft
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21:05 31.10.2013
Spieglein, Spieglein in der Hand: Lea Werner (8, l.) und Fabienne Wilke (9) aus Grevesmühlen ließen sich in der Stadtbibliothek schminken und bewunderten sich anschließend im Spiegel. Quelle: Fotos: Jana Franke

Wollte man die Kulturnacht am Mittwochabend kurz zusammenfassen, würde es „bunt, heiß und märchenhaft“ treffen. Der Grevesmühlener Gewerbe-, Handels- und Industrieverein (GHI) und die Stadt haben es wieder geschafft, Hunderte Grevesmühlener mit tollen Programmpunkten aus den warmen Stuben in die sieben Grad kalte Innenstadt zu locken. Vor allem Kinder verwandelten Grevesmühlen mit ihren Verkleidungen in eine Gaukler-Hochburg — getreu dem diesjährigen Motto „Grevesmühlen steht Kopf: Gaukler, Harlekin und Jongleure“.

Kopf standen auch die Mädchen und Jungen der Klasse 3 a der Reuterschule und der 3 b der Ploggenseeschule, als sie erfuhren, dass ihre Klassenkasse um 100 Euro angereichert wird. Sie gewannen den Kostümwettbewerb, zu dem der GHI aufrief. Den zweiten Platz und damit 50 Euro gewannen die Schüler der Klasse 4 c der Reuterschule.

Für so manchen Kraftausdruck — Wörter, die im Mittelalter völlig normal waren, Kinder heute aber nicht unbedingt vor ihren Eltern und Lehrern erwähnen sollten — sorgte Till Eulenspiegel alias Detlef Romey in der Stadtbibliothek. Pöbelnd und ordinär, so war er eben, der bekannteste Narr der Welt.

Mit einem großen Applaus wurde Dorit Lipinski, die sich als „Firesnake“ (Feuerschlange) deutschlandweit einen Namen gemacht hat, belohnt. Seit 1998 tanzt sie mit dem Feuer. Verbrennungen halten sich in Grenzen, wie die 37-jährige gebürtige Rostockerin erzählt.

Verbrannt, und zwar im übertragenen Sinne den Mund, hat sich dagegen „Gisela“ alias Frank Markwart, der in dem Märchen „Drei Überraschungseier für Aschenbrödel“ die Stiefschwester spielte. Es ist schon Tradition in der Kulturnacht, dass vor dem Städtischen Museum ein umgedichtetes Märchen vorgeführt wird. So sorgten Laienschauspieler mit der Grevesmühlener Variante von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ für viele Lacher. Aus Haselnüssen wurden Ü-Eier, aus der weißen Taube die Krähe von Grevesmühlen, die Post mit der Botschaft, dass im K2 eine Zuchtschau stattfindet, brachte Darth Vader von Star Wars, das schicke Kleid für Christina kam von Zalando. Das Märchen wurde von vorne bis hinten auf die Schippe genommen. Den Grevesmühlenern hat‘s gefallen. Es wurde sogar die Bitte nach mehreren Aufführungen im Jahr laut. Aber es soll ein Highlight der Kulturnacht bleiben.

Jana Franke

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