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Nordwestmecklenburg Buntes Blechspielzeug im Phantechnikum
Lokales Nordwestmecklenburg Buntes Blechspielzeug im Phantechnikum
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18:19 13.02.2016
Unter diesem Blechpferd verbirgt sich eine tolle Mechanik — dank der Steigbügel und des Gewichts des Kindes ist „Reiten“ möglich, bis es die Eltern, genervt vom Geräuschpegel, verbieten. Fotos (4): Nicole Hollatz

„Mechanische Tierwelt“ heißt die erste Sonderausstellung des Jahres im Wismarer Phantechnikum, die in dieser Woche offiziell eröffnet wurde. Die Gäste des Technischen Landesmuseums können sich im Obergeschoss auf Fotosafari begeben. Und, zumindest die ältere Generation, auf eine Reise in die eigene Kindheit.

Gezeigt wird Blechspielzeug aus der Zeit zwischen 1890 und 1970. 140 wunderbare „Aufziehtiere“, die dank Schwungrad und Spiralfeder beispielsweise krabbeln, hüpfen oder mit den Flügeln wackeln können. Aber die viel zu alt und wertvoll sind, um sich an die empfindliche Mechanik zu trauen.

„Ich gebe es zu, ich habe mindestens einen Frosch und einen Blechvogel total überdreht“, erinnerte sich Wismars Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack (SPD) an seine eigene Kindheit. Den leuchtend grünen Frosch in einer der Vitrinen kannten viele Ausstellungsgäste. Sebastian Köpcke und Volker Weinhold, beides Fotografen aus Berlin, haben die Ausstellung zusammengestellt. Sie sind Sammler und Sammlungsfotografen, als solche in den Museen der Welt zu Gast.

Mit einer Blechente vom Trödelmarkt in Metz und einem Pinguin aus Paris hatte ihre Leidenschaft für die „mechanische Tierwelt“ angefangen. „Man sagt, ab drei Stück beginnt die Sammlung“, ließ Volker Weinhold die Gäste der Ausstellungseröffnung lachen.

Dank vieler Flohmärkte und vor allen Dingen dank der Internetauktionsplattform Ebay wuchs die Sammlung auf gut 200 Stück an, 140 Exponate werden in Wismar gezeigt. Naturgemäß haben die beiden Sammlungsfotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold auch ihre eigene Sammlung fotografiert. „Wir haben uns mit den Tieren im Atelier eingeschlossen und versucht, natürliche Inszenierungen zu schaffen“, erklärt Volker Weinhold.

Dabei werden dem aufmerksamen Besucher viele spannende Details auffallen. Salatblätter wurden zum Urwald, die „grünen Schnüre“ aus der Haribotüte zu Wasserpflanzen. „Die große Herausforderung war es, die Tiere im Wasser zu fotografieren, ohne sie nass zu machen“, erklärt Sebastian Köpcke. Kaum vorstellbar, so eine jahrzehntealte Blechente mit ihrem empfindlichen Innenleben Wasser und damit dem drohenden Rost auszusetzen.

Die Fotografen haben getrickst, ganz analog und fantasiereich beispielsweise mit vielen Schichten Glas als Wasseroberfläche. Mehr wird nicht verraten, „das macht der Zauberer ja auch nicht“, sagt Sebastian Köpcke lachend. Entstanden sind großformatige Fotografien in einer intensiven Farbigkeit, die beim flüchtigen Blick real scheinen, dann surreal, exotisch und wunderbar leuchtend wirken.

Der dritte Part der Ausstellung neben den Exponaten und den Bildern ist ein kleiner Film. 43 der Blechtiere haben die Fotografen in ihrer Bewegung und Mechanik gefilmt, damit die Ausstellungsgäste sich ein Bild davon machen können, wie der Bewegungsablauf der Figuren war — faszinierung und spielrisch zugleich.

Sonderausstellung

Bis zum 15. Mai ist die Sonderausstellung „Mechanische Tierwelt“ zu sehen, dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.

140 historische Blechaufziehfiguren aus der Zeit von 1890 bis 1970 und aus 18 verschiedenen Ländern, dazu 24 großformatige Fotografien und ein kleiner Film darüber, wie die Figuren sich bewegen, werden gezeigt. Die Wanderausstellung war in Rotterdam, St. Gallen, Berlin, Neumünster, Bielefeld und Stralsund.

Nicole Hollatz
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