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Nordwestmecklenburg Buntes Programm bestimmt die Woche in der Tagespflege
Lokales Nordwestmecklenburg Buntes Programm bestimmt die Woche in der Tagespflege
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13:47 21.12.2012
Ich bin gern hier. Das lenkt ab. Zu Hause denke ich zu viel nach.“Wolfgang Benthin (86)

Sein Blick wirkt leer, als Wolfgang Benthin von seiner Frau zu sprechen beginnt. Sie ist im Mai verstorben. Wochenlang hat der 86-Jährige seine Liebste gepflegt. Damit er nach deren Tod nicht den ganzen Tag zu Hause im Sessel grübelt, suchte der Rentner aus Schwerin Ablenkung. Die findet er in der Tagespflege der Arbeiterwohlfahrt (Awo) am Dreescher Markt in der Landeshauptstadt. „Ich bin seit zwei Monaten hier. Es gefällt mir gut“, erzählt Wolfgang Benthin. Vier Tage in der Woche schaut er dort vorbei.

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Ich bin gern hier. Das lenkt ab. Zu Hause denke ich zu viel nach.“Wolfgang Benthin (86)

Täglich werden bis zu 15 Tagesgäste betreut. „Einige kommen die ganze Woche, andere einzelne Tage“, erklärt Ilka Rehmann, stellvertretende Pflegedienstleiterin. So soll es künftig auch in der Grevesmühlener Einrichtung sein, die im Februar eröffnet und für die sich die 31-Jährige aus Brüel beworben hat.

Auch sonst soll es Parallelen zwischen beiden Tagespflegeeinrichtungen geben: ein Gemeinschaftsraum mit Küche, drei Ruheräume mit Sesseln und Betten, eine Dusche, Spinde für die Kleidung. „Es ist schön hier“, sagt Marlis Rackow, Awo-Geschäftsführerin in Grevesmühlen. „Wir wollen die Tagespflege in Grevesmühlen auch farblich schön gestalten“, erzählt sie mit Blick auf die lilafarbenen Wände im Flur der Schweriner Einrichtung. Eingerichtet ist hier alles nach Feng Shui, eine aus dem alten China stammende Wohnkunst, die darauf abzielt, Wohnräume zu harmonisieren.

Die Krankheitsbilder der Tagesgäste in Schwerin — sie sind im Alter von 60 bis 91 Jahren — reichen von Demenz über Schlaganfall bis hin zu Parkinson. Um 7.30 Uhr öffnen sich täglich die Türen der Tagespflege. Bis 15.30 Uhr steht einiges auf dem Programm: Frühstück, Beschäftigungszeit, Spaziergang, Mittag, Ruhezeit, Kaffee. Es wird nie langweilig. Das kann Margarete Sehlandt bestätigen. Die 91-Jährige aus einem Dorf nahe der Landeshauptstadt ist die Älteste in der Runde. „Die meisten hier nennen mich ,Oma‘“, erzählt sie lächelnd. Den Vorschlag ihrer Tochter, täglich die Tagespflege zu besuchen, nahm die Rentnerin vor mehr als einem Jahr gern an. „Mir wurde oft schwindelig und meine Tochter arbeitet den ganzen Tag. Hier bin ich unter Kontrolle und werde dazu noch gut verpflegt“, sieht sie die ganze Sache positiv. Fast jeden Morgen wird sie von ihrer Tochter gebracht, der Fahrdienst bringt Margarete Sehlandt am Nachmittag dann wieder nach Hause.

Jana Franke

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