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Nordwestmecklenburg Das Schabbell: Neueröffnung nach sieben Jahren Bauzeit
Lokales Nordwestmecklenburg Das Schabbell: Neueröffnung nach sieben Jahren Bauzeit
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11:43 17.12.2017
Arbeiten im „Schabbel“: Detlef Schünemann verlegt neues Holzpflaster. Quelle: Fotos: Nicole Hollatz
Wismar

Museumsleiterin Corinna Schubert erklärt dazu: „Das Schabbel. Nicht mehr das Schabbellhaus. Wir haben einen neuen, einen griffigen und modernen Namen gesucht. Denn es ist nicht mehr das eine Schabbellhaus, es sind zwei Häuser, die zusammen das Museum bilden.“ Vier Häuser, beziehungsweise zwei Hausensembles (zwei Vorderhäuser, ein Kemladen und ein Seitenflügel), wurden zusammen zum großen Museum. „Das war die große Herausforderung“, erzählt Bauleiter Kristian Fleischhack. Die Schweinsbrücke 8 – das ursprüngliche Schabbellhaus, wie die Wismarer es kennen – wurde saniert und mit dem Nebengebäude, der 6, zusammen geführt. Historisch korrekt: Hinrich Schabbell (1531-1600) heiratete mit viel politischem und wirtschaftlichem Kalkül die Nachbarin und damit das Haus.

Endspurt für die Umgestaltung des Stadtgeschichtlichen Museums in Wismar.

Der aktuelle Zeitdruck ist die derzeit größte Herausforderung – ein Museum einrichten, während gleichzeitig noch Handwerker wuseln. Täglich sind um die 50 Handwerker in den Häusern unterwegs. Die letzten Malerarbeiten werden ausgeführt. Der Geruch nach frischer Farbe wird sich wohl noch einige Wochen halten. Tischlermeister Jörg-Albert Klingenberg und seine Kollegen verlegen das Holzpflaster in der Schabbellschen Diele neu. „Das alte Eichenholz war mit Holzschutzmitteln und zum Teil sogar mit Altöl belastet, das konnten wir nicht mehr verwenden“, erklärt Bauleiter Kristian Fleischhack.

Ansonsten stehen die Originale im Mittelpunkt des Museums. 2224 Objekte werden gezeigt. Vom großen historischen Wandteppich über eine Fliegerbombe bis hin zu kleinen Münzen. „Wir erzählen Geschichte anhand der Originale“, erklärt Corinna Schubert das Konzept des Hauses. Erstes Original sind die Häuser an sich, an denen man die Spuren ihrer Zeit, die Überformungen und das, was gerade „modern“

war, ablesen kann. Dazu die Ausstellungsobjekte. Einige, die die Wismarer noch aus dem „alten“ Museum kennen könnten. Andere, die dank mehr Platz aus dem Depot geholt werden konnten und so erstmals in der neuen Ausstellung zu sehen sein werden.

Andrew Amason gehört zu denen, die die Vitrinen bauen. „Passgenau und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Exponate abgestimmt“, erklärt Kai Porath, der Projektleiter seitens des Logistikunternehmens DB Schenker. Mit Ralf Lebe als technischem Mitarbeiter der Kunstabteilung des Logistikunternehmens und natürlich Corinna Schubert als Fachfrau für das Museumskonzept „befüllt“ er die Vitrinen und Schaukästen. „Das ist ein besonderes Arbeiten hier im Haus. Eine Neueröffnung und dann so unter Zeitdruck“, lacht Ralf Lebe. Weiter: „Wir liegen im Finish und es ist noch einiges zu tun.“ Kein Wunder, dass auch 17, 18 Uhr noch Licht in den Häusern brennt und die Handwerker wuseln. Corinna Schubert zuckt mit den Schultern, ihr Arbeitstag ist derzeit besonders lang. Nach der ersten Schicht auf der Baustelle geht's zur zweiten ins Büro.

Es lohnt sich – beachtlich, mit was für leuchtenden Augen die Handwerker und Fachleute vom Haus und ihrer Arbeit erzählen. „Da bekommen die Wismarer eine echte Perle geschenkt“, schmunzelt Porath.

Und lacht: „Aber ich glaube, wir machen alle hier drei Kreuze, wenn die Baustelle fertig ist.“

Neue Ausstellungen

Eröffnungstag ist der 22. Dezember. Als besonderes Geschenk können Interessierte bis zum 30. Dezember jeweils um 11 und um 14 Uhr die neuen Ausstellungen mit der Leiterin des Hauses oder der Kuratorin entdecken. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Kinder bis 14 Jahren haben in Begleitung der Eltern freien Eintritt.

Am 24., 25. Dezember und am 1. Januar bleibt das Haus geschlossen.

 Nicole Hollatz

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