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Nordwestmecklenburg Das Selbstvertrauen der Schüler stärken
Lokales Nordwestmecklenburg Das Selbstvertrauen der Schüler stärken
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20:34 13.09.2016
Liliana Laß aus der Klasse 3b mit den Trainern Pavel Cymbaliska (Auto) und Mario Lübke vom Verein „Klasse mit Köpfchen“. Quelle: Annett Meinke

Ein Kind geht dicht an einem geparkten Auto vorbei. Plötzlich kommt aus dem geöffneten Fenster eine Hand geschossen und hält das Kind fest. Der Fahrer, der in dem Auto sitzt, hat Ungutes im Sinn. So oder so ähnlich könnte eine Situation ablaufen, die für Kinder ziemlich schlecht ausgehen kann. Wie in so einem Schreckmoment zu reagieren ist, das lernen aktuell die Schüler der dritten Klassen in der Grevesmühlener Fritz-Reuter-Schule.

Mario Lübke, Pavel Cymbaliska und Karin Heinze vom Schweriner Verein „Klasse mit Köpfchen“ spielen diese und andere Situationen mit den Kindern durch. „Sollte euch so etwas passieren, dann müsst ihr sofort reagieren. Und es gibt einen Trick, wie ihr euch wieder befreien könnt, wenn euch jemand angepackt hat“, erklärt Mario Lübke. Er zeigt den Kindern detailliert, welcher Griff und welche Bewegung hilfreich sind, um aus so einer Situation wieder herauszukommen. Wichtig auch, erklärt Lübke den Schülern weiter: „Ihr müsst laut sein, den Mann anbrüllen, schreien: Lassen Sie mich in Ruhe.

Um jeden Preis Aufmerksamkeit erregen.“ Im Anschluss an die Demonstration üben die Kinder.

Schnell wird klar – die meisten Kinder haben sofort begriffen, worauf es ankommt und können die Tipps gut umsetzen. Liliana Laß zum Beispiel geht sehr beherzt zu Werke. Sie schnappt sich den Arm des „Angreifers“, genauso wie Mario Lübke es ihr gezeigt hat, drückt ihn gegen das Auto und dann schreit sie den Autofahrer an. „Einmal ist mir schon so etwas Ähnliches passiert. Aber Angst hab ich nicht. Ich weiß schon, was ich tun muss.“

Doch für den ein oder anderen ihrer Mitschüler ist es nicht so einfach. Vor allen Dingen das laute Herumbrüllen. Doch Scham kann, wie die Leute vom Verein „Klasse mit Köpfchen“ auch den etwas schüchternen Schülern noch einmal ganz klar machen, in solch einer Situation sehr gefährlich werden.

„Es geht nicht darum, die Schüler zu beängstigen. Im Gegenteil, sie sollen verschiedene Situationen kennenlernen, um vorbereitet zu sein. Und sie sollen wissen, dass sie Möglichkeiten haben, zu reagieren“, erklärt Ralf Bendiks, stellvertretender Schulleiter der Reuter Schule. Kinder, die ein gutes Gespür für eine Situation haben, die sich trauen vehement und sehr laut „nein“ zu sagen, geraten seltener in brenzlige Situationen, ist sich Bendiks sicher.

Bei all den Übungen, die mit den Drittklässlern durchgespielt werden, geht es aber nicht nur um Situationen, die Kindern mit Erwachsenen passieren können. Es geht auch um Mobbing unter Kindern in der Schule oder auch außerhalb. Es geht darum, den Schülern zu helfen, selbstbewusst aufzutreten, sich Hilfe einzufordern – von anderen Schülern und von Lehrern, Erziehern oder anderen Erwachsenen.

Schon seit Jahren arbeitet die Reuter-Schule mit dem Verein „Klasse mit Köpfchen“ aus Schwerin zusammen. „Das Innenministerium in Schwerin fördert diesen Kurs. Gemeinsam mit dem Verein stellen wir beim Landesrat für Kriminalitätsvorbeugung den Förderantrag“, so Bendiks. Die Eltern werden in Elternversammlungen über den Kurs und die Anliegen informiert und zahlen noch einen kleinen Betrag dazu.

Annett Meinke

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