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Nordwestmecklenburg Das Weiße Haus von Wohlenhagen
Lokales Nordwestmecklenburg Das Weiße Haus von Wohlenhagen
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11:11 07.03.2018

Von Schnee umgeben ist das zu DDR-Zeiten als beliebtes Ausflugsziel bekannte Weiße Haus in Wohlenhagen an der Wohlenberger Wiek in diesen Tagen. Nach einem sehr langen Leerstand werden hier seit gut einem Jahr wieder Gäste – jetzt in dem Landhaus Wohlbehagen – empfangen.

Es ist eine kleine Odyssee, die dieses Haus in den letzten Jahren durchlebt hat. Von 1976 bis 1978 war es von den Mitgliedern der damaligen LPG Bockwen, einem Ort nahe Meißen, errichtet worden. Viel Unterstützung gab es dabei auch von der LPG Warnow, wie sich die in Großenhof lebende Gudrun Helmig erinnert. So hätten die Leute aus diesem Betrieb beim Bau ebenso wie beim Abladen und Stellen der Einrichtungsgegenstände aktiv mitgeholfen. Eröffnet wurde das Ferienobjekt mit Gaststätte und Beherbergungsmöglichkeiten am 1. Juli 1978 und bot dann über mehrere Jahre in der ländlichen Idylle nahe der Ostsee vielen Familien einen schönen Urlaub. Auch Betriebsfeiern fanden dort regelmäßig statt. Ebenso wie die um den Frauentag herum mehrtägigen Weiterbildungen für Frauen.

Kurze Zeit nach der Wende war das bis auf einige Ausnahmen alles Geschichte. Denn 1991 löste sich die LPG Bockwen auf. Ein Verkauf des Areals war aber nicht möglich, da der Betrieb nur Eigentümer des Hauses, aber nicht des Grund und Bodens war. Da hatte die Bodenverwertungs und -verwaltungs GmbH (BVVG) bis 2003 die Hände drauf, sodass das Weiße Haus erst dann über die Norddeutsche Grundstücksauktion veräußert wurde. Käufer war ein Ehepaar aus Lüneburg, das es 2014 zum Weiterverkauf anbot. Hier kommen Ina und Torsten Laufer ins Spiel. Die Schweriner hatten im Internet davon erfahren und sich dann nach einem Besuch vor Ort für den Kauf entschieden.

„Bereut haben wir es bis heute nicht“, blickt Frau Laufer trotz der dann mit viel Aufwand folgenden Arbeiten zurück. Alles war noch DDR-Standard, von den Nachtspeicheröfen bis hin zu den Fernsehsesseln und einer Gemeinschaftsdusche für die Gäste. Aufräumen und entsorgen, das stand zunächst auf dem Plan. Mit dem anfallenden Bauschutt kamen da am Ende 23 Baucontainer zusammen.

„Wir haben modernisiert und renoviert, aber nicht umgebaut“, stellt Frau Laufer mit Blick auf das außen und innen einladende und kaum wiederzuerkennende Gebäude klar. Neun Appartements, die alle eine Einbauküche haben, wurden eingerichtet. Im Keller können sich die Gäste bei Sauna und Whirlpool entspannen oder auch Billard, Tischtennis und Tischkicker spielen.

Gute zwei Jahre brauchten die berufstätigen Laufers, um dem Weißen Haus wieder zu neuem Glanz zu verhelfen. 2017 konnten hier die ersten Gäste – nun im Landhaus Wohlbehagen – ihren Urlaub verbringen.

Einige kannten das Haus noch aus DDR-Zeiten. Denn Ina Laufer suchte auch Kontakt zu Menschen aus Bockwen, um sie von der beendeten Renovierung in Kenntnis zu setzen. Unterstützung kam sogar vom ehemaligen LPG-Vorsitzenden Wolfram Lehnhardt, der im dortigen Amtsblatt darauf hinweisen ließ.

Nicht nur Feriengäste waren es, die im vergangenen Jahr zum Landhaus Wohlbehagen kamen. Es fanden auch Familienfeiern statt, die sich hier ebenso anbieten. Genutzt werden kann dazu der Saal mit bis zu 45 Plätzen. Den Caterer bringt der Einladende entweder selbst mit oder die Familie Laufer bestellt auf Wunsch einen.

Trotz der Modernisierung schwingt auch heute noch ein Hauch von Nostalgie durch das einstige Weiße Haus. Wer genau hinschaue, der entdecke in einem der WCs auch noch die zu DDR-Zeiten so begehrten Fliesen aus Boizenburg, erzählt Ina Laufer mit einem Lächeln im Gesicht. Mit der Resonanz seit der Eröffnung sind sie zufrieden. Sogar für 2019 liegen Anmeldungen für Familienfeiern vor.

Weitere Infos unter www.landhaus-wohlbehagen.de

Dirk Hoffmann

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