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Nordwestmecklenburg Das frühere Grenzgebiet wird zum Kunstraum
Lokales Nordwestmecklenburg Das frühere Grenzgebiet wird zum Kunstraum
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21:13 15.08.2017
Die Malerin Gerda Brüggemann (l.) und die Organisatorin von „Dörfer zeigen Kunst“, Susanne Raben-Johns, loben die Arbeiten von Gerhard Buhr.

Von der Wakenitz-Niederung über die Landschaft um den Ratzeburger See bis hin zur weitverzweigten Schaalseeregion erstreckt sich diesseits und jenseits der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein einzigartiger länderübergreifender Naturraum mit charaktervollen Dörfern und der Domstadt Ratzeburg. In dieser Naturlandschaft präsentieren sich bis 3.

In der Region zwischen Thandorf, Dechow und Seedorf öffnen an den Wochenenden bis 3. September zahlreiche Ausstellungen.

September Künstler mit ihren Werken. Sie laden im Rahmen der Aktion „Dörfer zeigen Kunst“ ein. Der Eintritt ist frei.

In Nordwestmecklenburg sind sonnabends und sonntags von 13 bis 18 Uhr fünf Ausstellungen mit Werken zahlreicher Künstler geöffnet. In der Petrikirche in Demern stellt die Schmiede Radsack Objekte und Malerei aus. In der Gläsernen Molkerei in Dechow zeigt Sandra Brettschneider Malerei und Mosaiken, Uschi Dechow Druckgrafik, Mariette Grützmacher Ölmalerei, Steffi Grützmacher handgefertigten Schmuck, Barbara Koch Malerei, Jo Petzod Modelle „Kirchen der Reformation“und Susanne Platz ihre Gemälde. Der Fotoclub „Lichtwerk“ der Lebenshilfe Mölln-Hagenow präsentiert in der Gläsernen Molkerei zahlreiche Bilder.

„Dörfer zeigen Kunst“

Das Dorfgemeinschaftshaus in Thandorf wird während der Aktion zum „Kunst-Stall“ mit Malerei, Collagen und Raumobjekten von Olivia Althaus-Apmann, Skulpturen und Weidenflechtkunst von Susanne Köttgen sowie Fotografie und Glaskunst von Ute Licht. Eine Ausstellung im Dorfgemeinschaftshaus in Utecht ist nicht wie die meisten anderen bis 3. September geöffnet, sondern nur bis 27.

August. Zu sehen sind Fotos von Thomas Biller, Pocket-Art von Gesine Biller, Acrylbilder von Michael Knapp, Drechselarbeiten von Johannes Ellmann, Metallskulpturen von Armin Junghardt, Strandgut von Katrin Weißkircher und Zeichnungen der Nachwuchskünstlerin Stientje de Wall.

Während einer Auftaktfeier für „Dörfer zeigen Kunst“ saßen am Freitagabend mehr als 110 Menschen auf den Bänken in der Ziethener Kirche. Kreispräsident Meinhard Füllner zeigte sich auch erfreut, so viele Kunstfreunde begrüßen zu dürfen, und er betonte: „Ich finde die Kirche als Veranstaltungsraum perfekt. Kirche und Kunst gehörten schon immer zusammen.“ Beste Voraussetzungen also für die offizielle Eröffnungsfeier der jährlichen Aktion „Dörfer zeigen Kunst“, kurz DzK.

Schöne Klänge in der Kirche

Weil Kirche und Musik ebenso untrennbar zusammengehören, bekamen die kunstinteressierten Kirchgänger schöne Klänge auf die Ohren. Kirchenmusikerin Christina Meier an der Orgel und Niels Rathje am Saxofon fluteten das Gotteshaus mit „Summertime“, unvergessen interpretiert von der wunderbaren Ella Fitzgerald.

Füllner, inspiriert von einem Zeitungsartikel, verwies auf die „lokale Kompetenz“ der Dörfer und die „Anpack-Kultur“. Sein Appell: „Es gibt genügend aktive Menschen in unseren Dörfern, die Projekte starten, die anderen Menschen Freude bereiten.“ Lokale Kompetenz, die nicht von ungefähr kommt. Auch Susanne Raben-Johns, bei der im Amt Lauenburgische Seen die Fäden zusammenlaufen, singt dieses Loblied. Vor allem aber verweist sie auf den sehr guten Zusammenhalt. Ob ihre Kollegen im Amt, ob Bürgermeister und Gemeindevertreter sowie natürlich die beteiligten Künstler: Alle zögen beispielhaft an einem Strang.

Dieses Zusammenwirken findet auch Martin Fischer wunderbar. Der Bürgermeister von Bäk war es, der die Idee zu „Dörfer zeigen Kunst“ hatte. Anlass der Grübelei, was man auf die Beine stellen könnte, sei damals ein ganz profaner gewesen, erzählt er. „Wir bekamen damals viel Geld für unsere Dörfer. Und dann waren da diese ewigen Kritiker, die lamentierten, wir könnten immer nur Geld einnehmen und mehr nicht.“ So entstand auch DzK. „Heute bin ich stolz, dass so viele Menschen weiter an meiner Idee festhalten. Ob Künstler, Bürgermeister oder Gemeindevertreter – alle haben gut durchgehalten, die Idee entwickelt und eigenständig gehalten.“

Nach den Reden und Klängen ging es den mit Bildern und Windlichtern stimmungsvoll dekorierten Weg entlang in den Pfarrhof. Dort genossen die Gäste der Eröffnungsfeier Gespräche und Getränke, und natürlich wurde die Ausstellung mit Arbeiten der Vita-Malgruppe aus Ratzeburg, Betonkunst von Kathrin Christiansen und Holzkunst von Gerhard Buhr bewundert.

J. Lenz/d. Baumm

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