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Nordwestmecklenburg Das wird eng: 2016/17 fehlen 80 Hortplätze in Grevesmühlen Um die akuten Probleme in der Stadt zu lösen, wurde eine Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt „Schulentwicklung“ gegründet / Sie hat bereits einmal getagt
Lokales Nordwestmecklenburg Das wird eng: 2016/17 fehlen 80 Hortplätze in Grevesmühlen Um die akuten Probleme in der Stadt zu lösen, wurde eine Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt „Schulentwicklung“ gegründet / Sie hat bereits einmal getagt
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19:12 18.03.2016
Der Hort am Lustgarten in Grevesmühlen reicht nicht mehr aus, der Bedarf überschreitet die Kapazitäten. Quelle: OZ

Noch nicht einmal mehr fünf Monate sind es, bis das Schuljahr 2016/17 beginnt. Und für die Eltern, die in Grevesmühlen ihre Kinder in die Grundschule schicken, beziehungsweise schicken werden, stellt sich die Frage: Wo werden die Jungen und Mädchen nach der Schule betreut? Denn eine Analyse der Bedarfszahlen hat ergeben, dass rund 80 Hortplätze fehlen.

Auch wenn es durch Zu- und Wegzüge Veränderungen gibt, so weiß man doch ungefähr, wie groß der Bedarf ist.“ Beate Schulze, Vorsitzende des Elternrats der Kita Weltentdecker

Die große Nachfrage nach Hortplätzen in der städtischen Kita „Am Lustgarten“ hängt unter anderem damit zusammen, so Grevesmühlens Bauamtsleiter Lars Prahler, dass die Kindertagesstätte in Rüting wegen Personalmangels keine Hortkinder mehr betreuen kann. So sind die Eltern künftiger Erstklässler aus dem Bereich gezwungen, sich nach einer Alternativlösung umzuschauen.

Inzwischen gibt es eine Arbeitsgruppe „Schulentwicklung“ in Grevesmühlen, in der Vertreter aus Politik, Verwaltung, Eltern und Kitas darüber beraten, wie die einzelnen Probleme im Zusammenhang mit den Schulen in der Stadt gelöst werden sollen. Die erste Sitzung des Gremiums, das nicht öffentlich tagt, hat bereits stattgefunden. Die nächste Zusammenkunft ist für den 11. April geplant. „Die Arbeitsgruppe tagt ohne Öffentlichkeit, damit die Mitglieder in Ruhe die einzelnen Punkte besprechen können“, erklärt Stadtsprecherin Regina Hacker den Hintergrund. „Es geht nicht darum, etwas zu verschweigen, sondern um Lösungen zu finden.“ Und das möglichst zeitnah. Als Grundlage für die Beratungen hat die Stadtverwaltung eine Bestandsermittlung dargelegt.

Für Beate Schulze, Vorsitzende des Elternrates der Kita „Die jungen Weltentdecker“ in Grevesmühlen ist die Nachricht, dass künftig rund 80 Hortplätze fehlen, schwer nachvollziehbar. „Auch wenn es durch Zu- und Wegzüge Veränderungen gibt, so weiß man doch ungefähr, wie groß der Bedarf ist.“ Dabei sind die Hortplätze nur ein Problem von mehreren. Die Schulwegbegleitung der Grundschüler von der Schule zum Hort ist ebenfalls nicht dauerhaft geklärt, die fehlende Aula für die Wasserturmschule beschäftigt seit Jahren die Gremien der Stadt.

Immerhin 50000 Euro sind im Haushalt der Stadt Grevesmühlen für dieses Jahr enthalten für die Planungen des Funktionsgebäudes, das gleichzeitig Hort und/oder Aula werden könnte. Während die Eltern in der Stadt sich um die Betreuung der Kinder sorgen, rufen Lehrer und Schulleitung der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ seit Jahren um Hilfe.

Denn die vor mehr als 50 Jahren errichtete Schule besteht ausschließlich aus Klassen- und Büroräumen. Es gibt weder eine Aula noch einen Raum, der für größere Veranstaltungen geeignet ist. Bei den Stadtvertretern stießen die Pädagogen in den vergangenen Jahren zwar auf Verständnis, doch konkret wird das Projekt erst in diesem Jahr angesichts der drohenden Platznot durch die Hortkinder. So könnte aus der geplanten Aula auch ein Zweckbau werden, der sowohl das Hortproblem löst als auch den Mehrzweckraum für die Regionale Schule bietet.

Doch ob und wie dieser Plan umgesetzt werden könnte, steht in den Sternen. Die Arbeitsgruppe tagt in rund drei Wochen, der Beginn der Planung ist für das laufende Jahr durchaus realistisch — ein Baubeginn, wenn es denn eine Entscheidung für einen Neu- beziehungsweise Umbau geben sollte, ist allerdings kaum realisierbar.

Neben der Frage der Kapazitäten gibt es noch ein weiteres Problem in Sachen Hortbetreuung — die Öffnungszeiten während der Ferien nämlich. Die sind mit einem Angebot von 8 bis 13 Uhr für berufstätige Familien seit Jahren ein Ärgernis. Inzwischen gibt es eine Umfrage unter den Eltern in der Stadt, wie zufrieden beziehungsweise unzufrieden sie mit diesen Zeiten sind. Ein Ergebnis steht noch aus.

Immer wieder war die Ferienbetreuung in der Stadtvertretung moniert worden. Allerdings hatte die Politik mit Hinweis auf die Personalsituation das Thema unberührt gelassen. Die Eltern müssten eben, so lautet die offizielle Begründung, anderweitig eine Betreuung organisieren.

Von Jana Franke und Michael Prochnow

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