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Nordwestmecklenburg Dassow: Streit um 8000 Euro für den Winterdienst
Lokales Nordwestmecklenburg Dassow: Streit um 8000 Euro für den Winterdienst
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18:17 10.02.2016

Um langfristig Geld für die Kommune zu sparen, haben sich Dassows Stadtvertreter mehrheitlich (neun zu drei Stimmen) dafür entschieden, einen Streuaufsatz für den stadteigenen Multicar anzuschaffen. Die Kosten dafür: rund 8000 Euro. Genau genommen hatte Bürgermeister Jörg Ploen (SPD) den Kauf des Aufsatzes bereits im Januar per Eilentscheidung abgesegnet. Die Stadtvertreter gaben nun im Nachhinein grünes Licht.

Zuvor gab es aber Diskussionen. Vor allem die drei CDU-Abgeordneten kritisierten die Eilentscheidung. „Wir hatten doch im Hauptausschuss darüber gesprochen, dass wir das mit den Stadtvertretern diskutieren und klären wollen, ob so ein Aufsatz wirklich notwendig ist“, sagte Thomas Badermann in Richtung Jörg Ploen. „Und jetzt höre ich, dass du das schon längst bestätigt hast. Also das wundert mich schon.“ Dassows Bürgermeister erklärte, dass er es nach Wochen mit Schnee und Eis im Januar als notwendig angesehen habe, das Geld freizugeben. „Dass es in den letzten Wochen nicht mehr schneit, aber war damals nicht vorauszusehen.“

Sven Dutschke (CDU) sprach angesichts der Anschaffung eines Streuaufsatzes im Januar von einer Posse. Schließlich wisse man ja erst zum Ende des Jahres, dass Schnee komme. Den schwarzen Peter schiebt er dem Amt Schönberger Land zu. „Vielleicht hat man beim Amt ja gedacht, es gibt keinen Winter mehr. Wir müssen nicht streuen.“ Dutschke, der Eigentümer des Jägerhofes Ostsee in Dassow-Holm ist, vermutet, das Amt habe das Angebot gar nicht richtig geprüft. „Wir haben zum Beispiel einen Streuaufsatz für 800 Euro gekauft, für einen kleinen Schlepper.“ Außerdem stellte Dutschke die Frage, ob es verhältnismäßig sei, einen Multicar, der „viele Jahre auf dem Buckel hat und vielleicht noch 4000 Euro wert ist, mit einem 8000 Euro teuren Aufsatz auszustatten“.

Der CDU-Stadtvertreter: „In meinen Augen kann das keine Eilentscheidung des Bürgermeisters sein.“ Dass Ploen wegen der Streupflicht in einer gewissen Zwangslage gewesen sei, könne Dutschke nachvollziehen. „Nur, auf der anderen Seite kann man ja nicht, nur weil irgendwelche Leute beim Amt geschlafen haben, der Sache nachgeben und sagen: Pass auf, wir geben hier mal eben fix 8000 Euro aus.“

Aus Sicht von Karl-Hermann Hey (WGO) habe das Amt viel zu spät reagiert. Es hätte nicht erst im Januar geklärt werden müssen, wie der Winterdienst in Dassow geregelt ist, sondern bereits im April, Mai oder Juni. In den vergangenen Jahren hatte eine Firma die Rad- und Gehwege in Dassow von Eis und Schnee befreit. Seit diesem Winter kümmern sich Gemeindemitarbeiter darum. Die Stadt hat zwar einen kleinen Traktor mit Streuaufsatz. „Der ist aber zu breit und zu schwer und deshalb eher für die Straße geeignet.“ Damit die Geh- und Radwege durch den Traktor nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, will die Stadt jetzt den leichteren Multicar einsetzen. Der hatte bislang nur ein Schiebeschild, nach der Eilentscheidung jetzt auch einen Streuaufsatz. Dieser Aufsatz erleichtert nach Ansicht von Ploen aber nicht nur die Arbeit der Gemeindemitarbeiter. „Es spart langfristig auch Geld, weil wir dadurch keine externe Firma beauftragen müssen.“

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