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Nordwestmecklenburg Dassow pocht auf Schutz der Landschaft
Lokales Nordwestmecklenburg Dassow pocht auf Schutz der Landschaft
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20:30 29.04.2016
Zwei Zeichnungen sollen zeigen, wie Dassow aus Richtung Westen vor dem Bau von Windenergieanlagen unweit der Ortsteile Groß Voigtshagen und Holm aussieht und wie die Stadt danach aussehen würde. Bilder: Magnus Pelkowski

Die Stadt Dassow dringt auf den Schutz der Landschaft und des Ortsbildes. Sie betont in einer Stellungnahme gegenüber dem Regionalen Planungsverband Westmecklenburg, „dass die Sichtachse aus Richtung Lübeck kommend auf Dassows Kirche, historischen Speicher und Altstadt eine besondere Ortskulisse darstellt, die landschaftlich und touristisch von hoher Bedeutung ist.“ Eine erhebliche Beeinträchtigung in dieser Sichtachse sei daher zu vermeiden.

Stadt erhebt Einwand gegen Windpark: Sichtachse aus Richtung Lübeck soll nicht beeinträchtigt werden.

Grund der Sorge ist ein 72 Hektar großes Eignungsgebiet für Windkraftanlagen, das der Entwurf zur Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms für Westmecklenburg unweit der Dassower Ortsteile Groß Voigtshagen und Holm vorsieht. Anlagenbetreiber und Grundstückseigentümer sind daran interessiert, dort zahlreiche Anlagen zu errichten. Gegen das Vorhaben wendet sich die „Bürgerinitiative für die Erhaltung der Gesundheit und der Naturlandschaft in Dassow.“ Nachdem sie im vorigen Jahr zahlreiche Unterschriften dagegen gesammelt hatte, lehnte eine Mehrheit der Dassower Stadtvertreter einen Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplanes von Dassow im Zusammenhang mit der Ausweisung eines Eignungsgebietes für Windkraftanlagen südöstlich von Groß Voigtshagen ab.

Ebenfalls mehrheitlich beschlossen die Kommunalpolitiker die Stellungnahme gegenüber dem Regionalen Planungsverband, in der sie auf das Bewahren der natürlichen Landschaft und des Stadtbildes pochen. Dieser Schutz sei in der Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms für Westmecklenburg zu berücksichtigen, heißt es in dem Beschluss. Dem voraus gingen Diskussionen unter Ortsteilvertretern und Mitgliedern des Ausschusses für Stadtenwicklung, Wirtschaft und Tourismus.

Die Dassower Stadtvertretung weist in ihrer Stellungnahme gegenüber dem Planungsverband darauf hin, dass neben den bereits bestehenden Kriterien, die gegen die Genehmigung von „Windparks“ sprechen, weitere berücksichtigt werden sollten. Dazu gehöre „eine klare Aussage, dass neue Windpark-Genehmigungen auch von einer zum Genehmigungszeitpunkt weitgehend gesicherten Nutzbarkeit der Energie

— auch in Spitzenzeiten der Windstromerzeugung — abhängig sein sollen.“ Auch müsse es eine klare Aussage im Raumordnungsprogramm geben, der „Windparks“ nur unter der Voraussetzung genehmigt werden, dass der gesetzliche Immissionsschutz für alle Wohnsiedlungen inklusive ländlicher Splittersiedlungen eingehalten wird.

Bürger sind gefragt

Jeder kann zum Entwurf einer Änderung des Regionalen Raumentwicklungsprogramms Westmecklenburg Hinweise und Anregungen geltend machen. Der Entwurf liegt im Amt Schönberger Land öffentlich aus und ist im Internet frei einsehbar. Zu finden sind dort auch Karten mit möglichen Eignungsgebieten, die den Bau von Windenergieanlagen in Zukunft deutlich erleichtern sollen. In Nordwestmecklenburg würde es nach derzeitigem Stand neun Eignungsgebiete geben. Gesamtfläche: 904 Hektar.

• Internet: www.raumordnung-mv.de

Von Jürgen Lenz

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