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Nordwestmecklenburg Debatte um neue Hortzeiten: Eltern protestieren
Lokales Nordwestmecklenburg Debatte um neue Hortzeiten: Eltern protestieren
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18:22 08.04.2017

Die Stadt Grevesmühlen steckt in der Zwickmühle: Derzeit wird in den Fachausschüssen die Rückkehr zu den alten Betreuungszeiten im Ferienhort diskutiert.

Die Tendenz geht dahin, die Betreuung der Kinder wieder in die alte Kernzeit zurückzuführen. Das bedeutet, dass die Kernzeit von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr läuft. Eine Entscheidung durch die Stadtvertreter dazu steht noch aus. Der Kultur- und Sozialausschuss hat sich allerdings bereits dafür ausgesprochen. Bei den Eltern, deren Kinder im städtischen Hort am Lustgarten betreut werden, sorgt die Nachricht für reichlich Ärger.

Michael Borchardt, Vater von zwei Töchtern, verweist auf die Differenz zwischen der regulären Arbeitszeit und der Betreuung. „In der Schulzeit sind die Kinder in der Regel von 7 Uhr bis spätestens 13 Uhr in der Schule. Danach gehen sie in den Hort und werden bis maximal 17 Uhr betreut. Bei einem Arbeitstag von acht Stunden plus Fahrtzeit kommt man damit gut hin. Wenn man nun aber die Kinder nur von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr unterbringen kann, dann fehlt mir am Ende des Tages die restliche Zeit zum Arbeiten.“

In den Ausschüssen wurde wiederholt das Argument angebracht, dass Eltern sich Alternativen suchen müssten. Doch wer keine Großeltern hat, die die Kinder nachmittags vom Hort abholen, der hat ein Problem. Wie eine in der Vorwoche veröffentlichte Studie ergab, sind mehr als 60 Prozent der Arbeitnehmer nicht mehr an ihrem Wohnort tätig, sie müssen pendeln. Diese Zeit kommt zur Arbeitszeit noch hinzu. Alleinerziehende haben kaum eine Chance, ein Vollzeitstelle anzutreten, wenn der Nachwuchs betreut werden muss.

Lars Prahler, Bürgermeister der Stadt Grevesmühlen, hat auf die jüngste Kritik der Eltern in einer Stellungnahme auf Facebook bereits reagiert. Er schreibt: „Von 6.30 Uhr bis 18 Uhr ist der Hort in den Ferien auf. Das ist durchaus vertretbar, sechs Stunden davon werden vom Land, Landkreis und Stadt finanziell auf Basis des KiFöG unterstützt. Diese sechs Stunden werden nach Abstimmung mit Kultur- und Sozialausschuss auf den Zeitraum von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr gelegt, wenn dem auch die Stadtvertretung zustimmt. Weitere Betreuungsstunden sind, wie im Artikel der LN beschrieben, zusätzlich zu bezahlen. 1,12 Euro/Stunde beziehungsweise Monatspauschalen für den Frühhort und die Spätbetreuung.“

Die Stadtvertreter tagen am 24. April, dann könnte bereits eine Entscheidung über die Betreuungszeiten fallen. Die Sitzung findet im Rathaussaal statt und beginnt um 18.30 Uhr.

Prochnow

Infos: www.grevesmuehlen.eu

M.

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