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Deichverteidigung mit Sandsäcken

Dassow Deichverteidigung mit Sandsäcken

Technisches Hilfswerk und Dassows Wehr üben Einsatz bei möglichem Hochwasser.

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Tino Koeppe (hockend), Zugführer beim THW Gadebusch, erklärt, worauf es beim Stapeln der Sandsäcke im Notfall ankommt.

Dassow. Der Dassower See, der zu Lübeck gehört, birgt für die Einwohner der Kleinstadt durchaus Gefahren. Bei einer Sturmflut – wie Anfang des Jahres geschehen – kann es brenzlich werden. Das Wasser des Dassower Sees stieg im Januar bis auf einen Meter unter der Deichkrone. In Prieschendorf stieg auch die Stepenitz gefährlich hoch – es fehlten nur noch 20 Zentimeter, dann hätte die Straße unter Wasser gestanden. Um für solche Fälle künftig besser gewappnet zu sein, haben sich Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes (THW) aus Gadebusch und der Feuerwehr Dassow in der Stepenitzstadt getroffen. „Dassow ist einer der wenigen Orte in Nordwestmecklenburg, in dem es einen Deich gibt“, begründete Tino Koeppe, Zugführer des THW Gadebusch.

LN-Bild

Technisches Hilfswerk und Dassows Wehr üben Einsatz bei möglichem Hochwasser.

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Bei der Ausbildungsübung zur Deichverteidigung ging es unter anderem darum, Sandsäcke richtig zu stapeln. Bevor die Einsatzkräfte damit jedoch beginnen konnten, war das THW gefragt. Es musste klären, ob der Deich hält, die freiwilligen Helfer also keiner Gefahr ausgesetzt waren. Um das herauszufinden, hat Sven Glaser vom THW auf dem Dassower Deich drei Messpunkte gesetzt. „Wenn sich der Deich bewegt, erkennt unser Gerät das bis auf eine Entfernung von zwei Kilometern. So können wir die Hilfskräfte schnell aus der Gefahrenzone bringen“, erklärte Glaser. Aufgrund der angezeigten Bewegungen des Gerätes wissen die Experten auch, wie viele Sandsäcke sie anschließend stapeln müssen, um den Deich zu sichern.

Doch bevor es so weit ist, muss bei Hochwasser das Ausschwemmen verhindert werden. Dafür legten die Helfer einen Filter auf den Deich – Vlies, das danach mit Sandsäcken beschwert wird. Die Säcke, die das Wasser aus dem Deich drücken sollen, richtig zu stapeln, sah einfach aus, war es aber nicht. THW-Zugführer Koeppe schüttelte mit dem Kopf, forderte die Einsatzkräfte auf, die Säcke zurückzubauen. Begründung: „So hält der Deich im Ernstfall nicht.“ Beim Verlegen der ersten Reihe muss eine etwa drei Finger breite Sickerlinie berücksichtigt werden, damit das Wasser ablaufen kann.

Als Sickerlinie verwendeten die ehrenamtlichen Helfer eine gelbe Drainageleitung. Anschließend müssen die Reihen der Sandsäcke abwechselnd längs und quer gepackt werden. Für Laien nicht einfach.

Deshalb sei es ganz wichtig, so etwas zu üben, sagt Toni Bitterhoff vom THW. „Damit die Leute fit sind, wenn es wieder ein Hochwasser gibt. Wir haben im Ernstfall auch die Flussdeiche an der Elbe mitzubetreuen. Dann muss jeder Handgriff sitzen.“

Um für Ernstfälle gut gerüstet zu sein, haben Toni Bitterhoff und Kollegen auch eine sogenannte Quellkade gebaut. „Die ist dazu da, um Ausspülungen am Deich zu stoppen“, erklärte der THW-Experte. „Wenn kleine Sickerstellen vorhanden sind, werden Sandsäcke in U-Form herumgebaut.“ Das Becken läuft dann irgendwann voll und bildet einen Gegendruck. „Dadurch wird der Wasserdurchlauf gestoppt und somit auch die Ausspülung vom Deich“, erklärte Bitterhoff.

Bei der Übung in Dassow war auch Michael Schinke, Gemeindewehrführer aus Lüdersdorf – auch wenn es in seiner Gemeinde keine Deiche zu schützen gibt. „Es könnte sein, dass wir mit unseren Kräften bei Hochwasser unterstützen müssen“, so Schinke. „Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man in solchen Situationen arbeiten muss, was für Systeme es gibt, um in der Hilfskette reibungslos mit eingreifen zu können.“

THW-Helferin Aileen Rater (30) aus Rüting war nach dem Stapeln der zehn bis fünfzehn Kilogramm schweren Säcke geschafft. „Wenn man das zehn bis 20 Minuten macht, ist das völlig in Ordnung. Danach wird es aber sehr anstrengend und geht auf den Rücken.“

Für Dassows Wehrführer Daniel Selzer war die Deichschutzübung ein Erfolg. Für ihn steht nach dem Einsatz im Januar fest: „Bei der nächsten Sturmwarnung werden wir rechtzeitig anfangen, um Sandsäcke zu füllen. Damit wir gut vorbereitet sind.“

 Steffen Oldörp

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