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Nordwestmecklenburg Den Jackball im Visier: Boccia-Freunde im Turnier
Lokales Nordwestmecklenburg Den Jackball im Visier: Boccia-Freunde im Turnier
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20:40 22.06.2017
Boccia ist in erster Linie ein Mannschaftssport. Morgen treten zehn Mannschaften bei der Landesmeisterschaft gegeneinander an.

Aufgeregt schüttelt Daniel Albrecht immer wieder die Hände und kratzt sich am Kopf. Seine Anspannung ist deutlich zu spüren. Wird es der 42-Jährige schaffen, den blauen Ball in die Nähe des weißen, des Jack- oder Zielballs zu werfen? Wer am dichtesten dran ist, bekommt den Punkt. Das letzte Hallenboccia-Training vor der morgigen Landesmeisterschaft steht an. Menschen mit und ohne Behinderung stehen auf dem Parkett der Sport- und Mehrzweckhalle. Die ist morgen Austragungsort fürs Turnier, Ausrichter ist der Grevesmühlener Behinderten- und Rehabilitationssportverein (BRSV) Grevesmühlen. Trainerin Jaqueline Kalich (17) spricht Daniel Albrecht Mut zu. Und siehe da: Sein Ball ist nur wenige Millimeter vom Jackball entfernt. Sieg für seine Mannschaft. Er freut sich, trampelt mehrfach auf der Stelle. Jaqueline schaut ihn lächelnd an. „Früher hatte ich Angst vor Menschen mit geistiger Behinderung“, gibt sie nach dem Training zu. „Aber alle sind so lieb und zeigen viel Dankbarkeit.“

Morgen findet die Landesmeisterschaft statt / Gastgeber: der Behinderten- und Rehabilitationssportverein.

Zehn Mannschaften gehen morgen an den Start: vier aus Grevesmühlen, jeweils zwei aus Waren und Greifswald und eine aus Rerik und Neubrandenburg. Neun Sportler treten im Einzel an. „Die schwierigsten Gegner sind aus Rerik“, schätzt BRSV-Vorsitzender Dirk Möller ein. Die Grevesmühlener haben die Mannschaft bereits einmal knacken können – beim Internationalen Bocciaturnier in Schwerin im Mai. „Dort belegten wir den ersten Platz“, freut sich Dirk Möller. „Wir haben das Potenzial, auch dieses Mal vorne dabei zu sein“, meint Tochter Laura (17). Auch sie trainiert die Bocciaspieler.

Die Frauen und Männer nehmen wieder Aufstellung. Drei gegen drei spielen bei den Mannschaften, Adelheid Matysek und Klaus-Dieter Glomb – beide geistig und körperlich behindert – trainieren einige Meter weiter. Die 65-Jährige und der 48-Jährige vertreten den Verein morgen im Einzel. „Heute ist die letzte Chance zu üben“, sagt Klaus-Dieter Glomb und wirft den Ball. Aber irgendwie ist der Fotoapparat der Reporterin dann doch interessanter – und überhaupt die Tatsache, dass jemand da ist und berichten möchte. Offen und bereitwillig erzählt er von seiner Vergangenheit, als er als Kind mit einem Schlitten einen Unfall hatte und seit einem Behandlungsfehler im Rollstuhl sitzt. Die Menschen sind wie sie sind und mit Spaß bei der Sache. „Sie freuen sich, auch wenn es mal nicht so klappt“, weiß Berthold Baetke, der zu den Menschen ohne Behinderung zählt, die im Verein aktiv sind. Der zählt 92 Mitglieder, 30 davon sind ohne Behinderung. Wählen können sie zwischen Boccia, Bowling, Linedance, Unihoc und Trommeln auf dem Pezziball.

Jana Franke

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