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Deponie am Ihlenberg arbeitet an ihrem Image

Selmsdorf Deponie am Ihlenberg arbeitet an ihrem Image

Etwa 3000 Besucher nutzten ein Familienfest, um zu feiern und sich über den umstrittenen Betrieb zu informieren.

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Von einem extra aufgebauten Hügel konnten die Kinder beim Familienfest der Ihlenberg AG hinabrutschen.

Selmsdorf. Kinder, die rutschen, Erwachsene, die zur Musik der Band Papermoon tanzen, Selmsdorfs Bürgermeister, der für das neue Wohngebiet „Am Mühlenbruch“ wirbt und ein Deponie-Geschäftsführer, der strahlt, dass so viele Besucher den Weg zu Europas größter Sondermülldeponie Europas fanden. Rund 3000 Besucher kamen gestern auf die Deponie der Ihlenberger Abfall Gesellschaft (IAG) — nicht um zu protestieren, sondern um zu feiern.

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Von einem extra aufgebauten Hügel konnten die Kinder beim Familienfest der Ihlenberg AG hinabrutschen.

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Für Deponiechef Berend Krüger ein „großer Erfolg.“ 16 Jahre ist es her, dass so richtig groß gefeiert wurde auf dem Ihlenberg. Verantwortlich war damals Rudolf Kenner. Der ehemalige Deponiechef ließ

sich das Fest gestern nicht entgehen. „Es ist schön, mal wieder mit den alten Mitarbeitern zu sprechen,“ so Kenner, der bis heute als einer der beliebtesten Chefs unter Deponieangestellten gilt.

Sein Nachfolger Berend Krüger hat die sonst so stark überwachten Tore der Deponie geöffnet — für ein Familienfest. „Als ich vor gut zwei Jahren hier angefangen habe, hat Herr Hitzigrat schon beim ersten Treffen gesagt, dass es schön wäre, wenn die IAG mal wieder einen Tag der offenen Tür veranstalten würde.“ Berend Krüger fand die Idee toll. Allerdings musste er erst einmal Überzeugungsarbeit leisten beim Aufsichtsrat der Deponie und ihn davon überzeugen, „dass das eine gute Sache ist“.

Den Tag der offenen Tür nutzen auch Vereine aus Selmsdorf und Schönberg, um sich vor breitem Publikum zu präsentieren. Die Besucher nahmen das an, interessierten sich aber ebenso für die Maschinen, mit denen auf der Deponie gearbeitet wird. Zudem konnten sie mit dem Deponie-Betriebsarzt sprechen und sich durchchecken lassen. Für Berend Krüger „alles wichtige Dinge, damit man an so einem Tag nicht nur die Deponie sieht“.

Besonders begehrt waren Rundfahrten mit Bussen über das 165 Hektar große Deponiegelände. Mit drei Bussen im Viertelstundentakt konnten die Gäste „einmal hoch zum Altteil fahren und dann drum herum, um so einen kleinen Eindruck davon bekommen, dass wir hier ordentlich arbeiten und das Geschäft einer Deponie für gefährliche Abfälle schon zu händeln wissen“, so Geschäftsführer Krüger, der um das schlechte Image der Deponie weiß. Seit Jahrzehnten ist sie umstritten.

Zu DDR-Zeiten erwirtschaftete das Unternehmen Devisen mit westdeutschem Giftmüll. Mitglieder der Bürgerinitiative „Stoppt die Deponie Schönberg“ aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein fordern seit Jahren die Schließung der größten Sondermülldeponie Europas. Nach Aussagen von Krüger brauche aber niemand Angst haben, das Müllgeschäft habe sich gewandelt. Unbehandelter Hausmüll werde seit Jahren nicht mehr auf den Ihlenberg gekippt, Möwenschwärme und umherfliegende Plastikfetzen gehörten ebenso der Vergangenheit an wie die Verschandelung der Landschaft.

Die IAG nutzte das bunte Familienfest deshalb auch, um das ramponierte Image der Deponie aufzupolieren. 100 000 Euro hat sich die IAG das kosten lassen. Gut investiertes Geld, findet Krüger, der aber auch weiß: „Ein eingefleischtes Mitglied der Bürgerinitiative werden wir davon kaum überzeugen können, dass das hier alles richtig und gut ist. Aber für die machen wir das auch nicht.“

Selmsdorfs Bürgermeister Detlef Hitzigrat hat lange keine Bedenken mehr gegenüber der Deponie. Er sagt, das Fest sei eine gute Gelegenheit, um „Vorurteile abzubauen.“ Für ihn ist die landeseigene Deponie „ein Vorzeigeobjekt.“

Steffen Oldörp

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