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Nordwestmecklenburg Deponie will Energie der Sonne nutzen
Lokales Nordwestmecklenburg Deponie will Energie der Sonne nutzen
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20:34 09.02.2017
Auf einer rekultivierten Deponie im Rostocker Stadtteil Dierkow stehen bereits Fotovoltaikanlagen. Den selben Plan verfolgt die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft in Selmsdorf. Quelle: Fotos: Hartmut Klonowski/jürgen Lenz
Selmsdorf

Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) will in Zukunft in großem Stil erneuerbare Energien produzieren und speichern. „Wir planen die Errichtung von Fotovoltaikanlagen“, sagt Norbert Jacobsen, technischer Geschäftsführer des landeseigenen Unternehmens. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll auf 17 Hektar ein Solarpark entstehen. Der vorgesehene Standort befindet sich auf einem Teil des Altbereiches der Deponie, der in den kommenden Jahren mit der endgültigen Oberflächenabdeckung versehen und rekultiviert wird. Möglich wäre nach dem aktuellen Plan eine Gesamtleistung des Solarparks von rund 11,2 Megawatt. Nach Norbert Jacobsens Auskunft wird der geplante Bau im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung bewertet.

IAG plant Solarpark / Nach derzeitigem Stand sollen auf 17 Hektar Fotovoltaikanlagen errichtet werden.

Ein Gutachten untersuchte bereits die mögliche Blendwirkung von Fotovoltaikanlagen auf der Deponie für Autofahrer auf der nahe gelegenen B 104 und Bewohner von Häusern unweit des Betriebsgeländes der IAG. Ein Ergebnis: Ein Teil der derzeit geplanten Anlagen müsste in eine andere Richtung gedreht werden, um jede Blendwirkung auszuschließen. Wie sich ein Solarpark auf das Landschaftsbild auswirken würde, hat die IAG ebenfalls untersucht. Sie hat entsprechende Visualisierungen anfertigen lassen. Schon jetzt produziert das Unternehmen über seinen Eigenbedarf hinaus Strom auf dem Deponiegelände, der nach seinen Angaben für die Versorgung von 3375 Vierpersonenhaushalten mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden reichen würde. Deponiegasmotoren in einem Blockheizkraftwerk sorgen für etwa vier Megawatt Strom und fünf Megawatt Wärme. Außerdem betreibt die IAG bereits Fotovoltaikanlagen auf Gebäuden mit einer Kollektorfläche von rund 1555

Quadratmetern.

„Die IAG ist grundsätzlich an einer Weiterentwicklung des Standortes für die Gewinnung, Nutzung und Speicherung von regenerativen Energien interessiert“, sagt Norbert Jacobsen. Dabei liege der Fokus der Zusammenarbeit bei regionalen Anbietern, soweit sie vor Ort aktiv würden. Der Geschäftsführer erklärt: „Voraussetzung für diese Vorhaben ist aber eine Abstimmung und ein Einvernehmen mit der Gemeinde Selmsdorf, die die Interessen der Bürger vor Ort vertritt.“

An die Kommune hat sich, wie berichtet, auch die Energieallianz Bayern gewandt. Sie plant den Bau von drei 200 Meter hohen Windenergieanlagen zwischen dem bereits bestehenden „Windpark Sülsdorf/Selmsdorf“ und der Deponie. Dazu gebe es eine von Vertretern der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft und der Energieallianz unterschriebene Absichtserklärung mit der grundsätzlichen Aussage, dass die IAG eine finanzielle Teilhabe an dem Projekt anstrebe. Denkbar wäre laut Energieallianz Bayern eine Beteiligung der Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft an einer Windenergieanlage für den Fall, dass die Gemeinde Selmsdorf diese Option nicht wahrnimmt. Angestrebt werde zudem eine langfristige Kooperation zwischen der Energieallianz und dem Betrieb in Selmsdorf in den Bereichen Grundstromlieferung, Speichertechnologien sowie Direktabnahme von Strom bei Netzengpässen, so das bayerische Unternehmen.

Über eine unverbindliche Absichtserklärung gehen die Beziehungen zwischen beiden Firmen bisher nicht hinaus. Auch steht noch nicht fest, ob die Energieallianz die drei Windenergieanlagen unweit der Deponie errichten darf. Eine Entscheidung der Gemeindevertretung zur Frage, ob Selmsdorf den Bau grundsätzlich befürwortet oder ihn ablehnt, existiert derzeit ebenfalls nicht.

Jürgen Lenz

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