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Nordwestmecklenburg Der tiefe Fall des Ex-Marina-Baumanagers
Lokales Nordwestmecklenburg Der tiefe Fall des Ex-Marina-Baumanagers
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18:15 26.06.2013
Grevesmühlen

Er jonglierte mit Millionenbeträgen, managte den Bau eines der größten Ferienobjekte der Region, nun muss er beim Jobcenter dafür kämpfen, dass ihm seine Zahnbehandlung bezahlt wird. Und dabei vergreift er sich auch ein ums andere Mal im Ton. Vor dem Grevesmühlener Amtsgericht bekam Harald K., der ehemalige Projektmanager der Marina Hohen Wieschendorf, nun die Quittung dafür. Wegen Nötigung ist er zu einer Geldstrafe in Höhe 300 Euro verurteilt worden.

Was war passiert? K. soll Ende Januar eine Mitarbeiterin des Jobcenters in Grevesmühlen unter Druck gesetzt haben. Es ging um 1134 Euro. Damit sollte unter anderem eine zahnärztliche Behandlung bezahlt werden. Das Jobcenter verweigerte ihm die Zahlung. Harald K. verlor daraufhin die Fassung. „Sollte ich kein Geld bekommen, werden zwei SEK-Leute nicht ausreichen“, soll er der Mitarbeiterin gesagt haben.

Deutlich wurde vor Gericht, wie tief die ehemalige rechte Hand des Ex-Marina-Investors Michael Veit Iwanschitz gefallen ist. Er lebt von Sozialhilfe, ist schwer leberkrank, muss rund um die Uhr von seiner Frau gepflegt werden. Noch vor rund zehn Jahren sah das anders aus. „Meine wirtschaftlichen Verhältnisse waren, bevor ich nach Mecklenburg-Vorpommern gekommen bin, hervorragend“, sagte der gebürtige Westfale. Doch nachdem der Bau der Marina zwischenzeitlich stoppte und die Staatsanwaltschaft wegen Subventionsbetrugs ermittelte und anklagte, ging es auch für ihn bergab. Harald K. wurde 2006 zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Im Ton vergriffen hatte sich sich der 61-Jährige offenbar bereits etliche Male. Mehrfach ist er wegen Nötigung vorbestraft. Auch zu Beginn der Verhandlung gestern drohte er, übers Ziel hinaus zu schießen. „Was soll das ganze Gehampel hier eigentlich“, maulte er Richter Hinrich Dimpker an. Der beließ es bei einer kurzen Ermahnung, auch weil sich der Angeklagte besann.

Gar den Tatvorwurf gestand er ein, wenngleich er behauptete, dass „alles was ich sage gegen die Behörde und nicht gegen die Mitarbeiterin persönlich geht“. Das habe er ihr auch selbst gesagt. Rein strafrechtlich, hielt der Richter entgegen, ändere das wenig an der Sachlage, deswegen die Verurteilung.

Ein weiterer Wegpunkt in einem fast schon tragischen Lebenslauf. Harald K. hofft nun, dass ihn das Glück irgendwann wieder einholt. Vor dem Sozialgericht hat er geklagt. Für die Zahnbehandlung.ron

LN

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