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Nordwestmecklenburg Diakonie wechselt Kita-Architekten
Lokales Nordwestmecklenburg Diakonie wechselt Kita-Architekten
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18:28 19.10.2013
Architekt Norbert Hochgürtel stellte dem Bauausschuss in Selmsdorf den neuen Entwurf der Kita vor. Die Kita soll nur eingeschossig gebaut werden. Und sie bietet mehr Platz als der erste Entwurf. Quelle: Fotos: Steffen Oldörp
Selmsdorf

Rund 280 Stunden Arbeit umsonst. So viel Zeit hat das Gadebuscher Ingenieurbüro Hanft & Kautzky nach Informationen der Lübecker Nachrichten in die Planungen für die Kita im neuen Selmsdorfer Wohngebiet „Am Mühlenbruch“ investiert. Im September hatte Architektin Anke Lindig die Pläne den Mitgliedern des Bauausschusses vorgestellt. Inzwischen steht fest:

der Entwurf wird nicht umgesetzt, bedauert Lindig. „Die Diakonie hat sich anders entschieden.“

So wie es aussieht, für die Pläne des Architektur- und Ingenieurbüros „Heske — Hochgürtel — Lohse“ aus Lübeck. Norbert Hochgürtel stellte den neuen Entwurf dem Bauausschuss jetzt vor. Die größten Unterschiede: die Kita soll nur eingeschossig gebaut werden. Und sie bietet mehr Platz. 96 statt 90 Plätze — 60 davon für Kindergartenkinder, 36 für Krippenkinder.

Bei der Entscheidung für den neuen Entwurf dürften vor allem die Kosten eine große Rolle gespielt haben. Wie teuer der Neubau wird? Kirsten Balzer, Geschäftsführerin des Diakoniewerkes Grevesmühlen, schüttelt bei der Frage mit dem Kopf. Nach Informationen der LN sollen es rund 2,3 Millionen Euro sein. Balzer erklärt: „Wichtig für uns war, dass sich die Elternbeiträge für die Kita an denen orientieren, die hier üblich sind. Mit dem jetzigen Entwurf erreichen wir das.“ In der Selmsdorfer Kita „Käthe Kollwitz“ zahlen Eltern nach Angaben des Amtes Schönberger Land pro Monat für einen Ganztagsplatz in der Krippe 264 Euro. Im Kindergarten 125 Euro.

Eine Empfehlung, wie viel der Bau von Kitas pro Kind „kosten soll“, gibt die Bank für Sozialwirtschaft. „Und da liegen wir mit diesem Entwurf sehr gut“, freut sich Balzer, für die das Thema Barrierefreiheit ganz wichtig war. Das, so Architekt Norbert Hochgürtel, lasse sich bei einem eingeschossigen Bau ohne Frage einfacher umsetzen. Und spart der Diakonie auch noch Geld. Der erste Entwurf sah einen Aufzug vor und zwei Außentreppen als Fluchtwege. Die Kosten dafür fallen jetzt weg. Genauso wie die Folgekosten für Wartung und Pflege des Aufzugs. „Uns war auch wichtig, ein Gebäude so zu gestalten, dass sich die Kinder leicht orientieren können“, sagt Balzer.

Die Maße des Neubaus: 70 Meter lang, 15 Meter breit. Mit dem aktuellen Bebauungsplan der Gemeinde nicht machbar. Ein Knackpunkt: Laut B-Plan darf die Grundfläche des Gebäudes nur ein Viertel so groß

sein wie das Grundstück der Kita. Im Moment liegt die Grundfläche darüber. Das sei aber kein Problem, sagt der Bauausschussvorsitzende Christian Albeck. „Auch wenn die Kita vom Gesetz her einen 1,20 Meter hohen Zaun braucht, ändern wir das im B-Plan.“ Für Albeck und die anderen Gemeindevertreter sei nur wichtig, dass eine neue Kita „möglichst schnell“ gebaut werde und die Gemeinde so nach wie vor „attraktiv für Familien“ bleibe.

Wie wichtig die neue Kita ist, macht Andrea Thomas, Leiterin der Kita „Käthe Kollwitz“, deutlich. „Wir können den Eltern nicht immer sofort Plätze anbieten. Wir sind sehr gut ausgelastet.“ Vor allem im Krippenbereich — also für Kinder bis drei Jahre. „Auch wenn die Einrichtung bestrebt ist, den Eltern schnellstmöglich zu helfen, gibt es bereits eine lange Warteliste“, bedauert Thomas. Eine schnelle Lösung des Problems ist nicht in Sicht. Christian Albeck hofft, dass der Grundstein der neuen Kita im Mai gelegt werden kann, sodass die neuen Plätze spätestens ab Sommer 2015 zur Verfügung stehen.

Steffen Oldörp

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