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Nordwestmecklenburg Die Bootsfahrer von Hohen Wieschendorf
Lokales Nordwestmecklenburg Die Bootsfahrer von Hohen Wieschendorf
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20:38 04.08.2017
Annemarie Hartenberger (45) steuert ein Schlauchboot und zieht ein kleineres hinter sich her. Tom Behrendt (11, r.) aus Beckerwitz schaut begeistert zu. Das Segelcamp des Yachtclubs Hohen Wieschendorf ist Anfang der Woche mit Bootfahren gestartet. Quelle: Fotos: Kerstin Schröder/privat

Schwalben fliegen über den Kopf von Melissa Schilling (13) hinweg. Das Mädchen schaut vom Ufer aus hinaus aufs Meer vor Hohen Wieschendorf und einem Schlauchboot hinterher. In dem sitzen Tom Behrendt (11) und „Steuerfrau“ Annemarie Hartenberger (45). Sie drückt aufs Gas und damit ihrer „Crew“ ein Lächeln ins Gesicht. Ihre Bootsinsassen sind Kinder aus den Gemeinden Hohenkirchen und Gägelow – so wie Tom Behrendt.

Elisa Hartenberger (13) ist vor gut einer Woche Deutsche Vize-Meisterin in der Laser 4.7-Klasse geworden.

In dieser Woche hat der Yachtclub Hohen Wieschendorf ein Segelcamp veranstaltet, an dem zwölf Mädchen und Jungen teilgenommen haben. Gestern war der letzte Tag. „Es war unser erstes Segelcamp“, berichtet Annemarie Hartenberger. Vor zwei Jahren sei der Club gegründet worden. Zurzeit hat er 13 Mitglieder, darunter vier Jugendliche. „Wir möchten, dass unser Sport bekannter wird, und den Kindern zeigen, wie viel Spaß er machen kann“, ergänzt Annemarie Hartenberger. Sie ist Segel-Expertin, hat einst bei den Deutschen Meisterschaften den zweiten Platz belegt. Vor kurzem ist Tochter Elisa in ihre Fußstapfen getreten. Während der Travemünder Woche ist die 13-Jährige aus Hohen Wieschendorf ebenfalls Deutsche Vize-Meisterin geworden. „In der Klasse Laser 4.7“, erzählt sie stolz.

Seit fünf Jahren betreibe sie, durch ihre Mutter inspiriert, den Segelsport – nun habe sie den ersten großen Titel errungen. „Damit haben wir zwei Vize-Meistertitel in der Familie“, freut sich Mutter Annemarie Hartenberger.

Ihre Ferienkinder hat sie zu Beginn des Camps noch nicht unter die weiße Takelage gesetzt, sondern in zwei Schlauchboote unterschiedlicher Größe und in einen Optimisten (allerdings ohne Segel). Die kleine und leichte Jolle für Kinder bis 15 Jahre war zunächst das Übungsobjekt auf der Ostsee vor Hohen Wieschendorf. „Die Kinder waren mit Freude dabei. Ihnen hat es sehr gut gefallen und sie haben sich schon überraschend gut auf dem Wasser geschlagen“, resümiert Hartenberger. Bei schlechtem Wetter wurden Knoten geübt und Segeltheorie gepaukt. Doch auch gemeinsames Baden, Toben und Spielen waren Teile des Feriencamps in Hohen Wieschendorf. In Ufernähe hat Melissa Schilling aus Beckerwitz eine ziemlich große Krabbe aus dem Wasser gekeschert. Stolz zeigte sie ihren Fang den anderen Kindern und ließ ihn dann wieder frei.

Tom Behrendt hat auf jeden Fall Lust auf mehr bekommen. „Das Bootfahren hat mir sehr gut gefallen“, sagt der Elfjährige aus Beckerwitz. Für nächstes Jahr ist eine Fortsetzung des Segelcamps geplant.

Vom Handel zur Freizeitaktivität

Segelschiffe hatten über viele Jahrhunderte weltweit eine sehr große Bedeutung für Handel und Transport, Kriegsführung und Fischfang. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie durch maschinengetriebene Schiffe verdrängt, die wetterunabhängiger sind, kürzere Fahrtzeiten, geringeres Personal und sinkende Transportkosten haben.

Heutzutage wird in

den Industrieländern Segeln fast nur noch als Freizeitaktivität oder Wettkampfsport betrieben, wenn auch Kriegs- und Handelsmarinen weiterhin Segelschulschiffe

zur Ausbildung unterhalten. In weniger

entwickelten Regionen hingegen konnten Segelschiffe ihre wirtschaftliche Bedeutung bis heute bewahren. Vom persischen Golf

befördern Daus wie

vor hunderten von

Jahren Lasten nach

Indien und Afrika.

Kerstin Schröder und Daniel Heidmann

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