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Nordwestmecklenburg Die Stasi und ihre Helfer
Lokales Nordwestmecklenburg Die Stasi und ihre Helfer
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21:55 21.06.2016
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Schlagsdorf

„Infiltrieren, Spionieren, Zersetzen. Streiflichter zur Stasi-Arbeit in Schleswig-Holstein“: Mehr als 40 Menschen waren ins Schlagsdorfer Grenzhus gekommen, um dem Vortrag von Volker Höffer zu lauschen. Der 52-Jährige ist der Leiter der Außenstelle Rostock der Stasiunterlagenbehörde.

Das Grenzmuseum „Grenzhus“ in Schlagsdorf. Quelle: dpa

Warum es heute noch wichtig ist, über die Stasi Bescheid zu wissen? Für Volker Höffer, Lehrer und Historiker, ist es keine Frage: „Der 17. Juni 1953 war das Wecksignal für die DDR-Spitze. Die Konsequenz der Parteiführung: Die Geheimpolizei muss sich verbreiten und in die Bevölkerung eindringen.“ Geheimpolizei: Nichts anderes war die Stasi. „Angesichts der aktuellen politischen Geschehnisse, wo rings um uns diktatorische Regimes fröhliche Urständ feiern, muss man immer wieder daran erinnern, was autoritäre Entwicklungen aus Menschen machen.“

Was viele nicht wissen: Der Krake Stasi – gemessen an der Bevölkerungszahl die bisher größte Geheimpolizei der Geschichte – streckte seine Greifarme über die Staatsgrenzen hinaus aus. 92000 hauptamtliche Mitarbeiter, 188000 inoffizielle Mitarbeiter (IM), davon etwa 3000 Bundesbürger, verdienten ihre Brötchen mit Infiltrieren, Spionieren und Zersetzen. In Schleswig-Holstein gab es nachweislich und namentlich bekannte 41 IM und weitere zehn sogenannte Kontaktpersonen.

Immer im Visier der Stasi: Politik und Wirtschaft. Björn Engholm war ebenso Ziel engmaschiger Überwachung wie die Kieler Howaldts- Werft. Zwei weitere maßgebliche Ziele hatten die Mitarbeiter des VEB Horch und Guck: Das „Feindobjekt Schleswig“, die Landeszentrale für Politische Bildung, und das „Feindobjekt Trave“, die Grenzkontrollstelle Lübeck-Schlutup. Bei den Medien waren es vor allem die Rundfunksender NDR und RSH, die auf der Liste standen – und vor allem immer wieder der Bundesgrenzschutz. Noch sind nicht alle Unterlagen ausgewertet, doch eines steht für den gelernten DDR-Bürger Höffer fest: „Ich halte es mit George Santayana: Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist dazu verdammt, ihre Fehler zu wiederholen.“

Dorothea Baumm

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