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Nordwestmecklenburg „Die Wüstlinge“ gehen baden
Lokales Nordwestmecklenburg „Die Wüstlinge“ gehen baden
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21:22 24.06.2013
Der Name half nicht weiter: Auch das Team „Knochentrocken“ ging beim Teichfest baden. Quelle: Foto: Hans Taken
Thandorf

Die Planken sind keine 20 Zentimeter breit, der Steg ist rund 30 Meter lang, hat eine scharfe Biegung, eine Steigung und ein Gefälle — das sollte doch wohl reichen, damit die Teams beim Schubkarren-Rennen über den Thandorfer Teich das Gleichgewicht verlieren und in das stehende Gewässer fallen. Doch die fünf Mannschaften geben sich beim 38. Teichfest redlich Mühe, die Balance zu halten — was zur Freude der über 300 Zuschauer aber nicht immer gelingt.

Peter Schoeneck (52) und Sohn Patrick (29) tragen Galabija. Die knöchellangen Gewänder haben sie aus dem Ägypten-Urlaub mitgebracht. Die Kleidung ist nicht nur bequem und luftig, sie ist an diesem Tag auch das Markenzeichen des Teams „Die Wüstlinge“. Das Duo aus Stove hat sich für das Schubkarren-Rennen angemeldet. Sohn Patrick wird schieben, Vater Peter in der Schubkarre hocken. Handtücher haben sie vorsorglich mitgebracht, „aber wir hoffen, dass wir trocken durchkommen“, sagt Schoeneck senior. Die vier anderen Teams starten vor den „Wüstlingen“, schaffen den Parcours trockenen Fußes und in Zeiten, die Teichfest-Organisator Henry Michaelis nicht auf dem Plan hatte. „Der neue Steg ist wohl zu einfach“, vermutet er, denn selbst die berüchtigte Nordkurve wird oft gemeistert.

Jetzt sind die Wüstlinge an der Reihe. Die Karre rollt, die Geschwindigkeit stimmt. Noch ein paar Meter, dann ist es geschafft. Doch der Reifen steht schon über der Kante. Geht das gut? Nein, geht es nicht, denn Vater, Sohn und Karre gehen baden. Geht doch, denkt sich Organisator Michaelis — und die Zuschauer am Teichrand haben auch ihren Spaß.

Die Mannschaften machen sich auf den Weg in die Durchgänge zwei und drei. Das Team „Knochentrocken“ (Nino Schwarzburg/Stefan Kofahl) ist schnell und geschickt unterwegs. Am Ende werden sie mit dem Duo „Racingteam Anakobra“ (Achim Halank/Felix Schürling) auf dem zweiten Platz landen. Vorjahressieger Tom Schulz (17) und sein neuer Schubkarrenpartner Paul Wenddorf sind letztlich mit 14,91 Sekunden um drei Hundertstel schneller und so bekommt das Team „Die Schweinebauern“ den Siegerpokal von Bürgermeister Wolfgang Reetz. Juliane und Dennis Karsten landen auf Rang vier. Und die Wüstlinge? Dreimal leisten sie den Karpfen Gesellschaft. Und dann schiebt der Vater den Sohn außer Konkurrenz über den Steg — unfallfrei und unter großem Applaus. „Es hat Spaß gemacht“, sind sich die beiden einig. Erst recht, als sie das Publikum zum Sieger in der Kategorie „beste Kostümierung“ wählt.

Hans Taken

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