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Nordwestmecklenburg Dienstags türmt sich der Müll im Ostseebad
Lokales Nordwestmecklenburg Dienstags türmt sich der Müll im Ostseebad
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02:15 06.08.2015
Alle 14 Tage wiederholt sich das Bild in der Ostseeallee. Quelle: privat

Anwohner der Ostseeallee in Boltenhagen sprechen von einer katastrophalen Müllsituation. Wenn alle zwei Wochen Wertstoffe, also größtenteils Verpackungsmüll, abgefahren werden, stehen nicht nur etliche Tonnen und Rollcontainer an der Hauptstraße des Urlaubsorts, es türmen sich auch gelbe Säcke, die seit Anfang des Jahres eigentlich nicht mehr benutzt werden sollen.

Es sind zwar deutlich weniger als vor der Einführung der gelben Tonne zum Jahreswechsel aber Probleme gibt es nach wie vor. „Aber bald ist Schluss damit, wir gleichen die Daten in Boltenhagen ab, um die schwarzen Schafe zu finden“, sagt der Leiter der Abfallwirtschaftsbetriebes Norbert Frenz. Dazu werden die Daten des Landkreises mit den Adressen der Vermieter verglichen. „Dann sehen wir, wer überhaupt eine gelbe Tonne hat und wer nicht. Denn es gibt eine ganze Reihe von Vermietern, die nicht bei uns gemeldet sind“, erklärt Frenz. Ein weiteres Problem sind die Imbissbuden im Ostseebad.

Auch für sie gilt die Regelung, dass Verpackungsmaterial kostenlos entsorgt wird. „Aber man wundert sich schon, wie viele gelbe Säcke noch vorhanden sind und vor allem, was alles noch so auf diese Weise entsorgt wird.“

Während im übrigen Kreisgebiet alle vier Wochen der Verpackungsmüll abgeholt wird, erfolgt die Entsorgung im Ostseebad im Zwei-Wochen-Rhythmus. „Das ist der Kompromiss für das Urlaubsgebiet.“

Beschwerden der Urlauber über den Anblick der gelben Säcke kommen in der Kurverwaltung an. „Die Situation ist alles andere als schön“, sagt Kurdirektorin Claudia Hörl. „Der Wind weht Säcke auf die Straße. Die zerplatzen, wenn ein Auto drüber fährt und Mitarbeiter des Bauhofs müssen alles einsammeln.“ Auf Flächen, die die Kurverwaltung seit Jahren bepflanzt, würde Müll zur Abholung abgestellt.

„Letztlich verdienen Gastronomen und andere Gewerbetreibende mehr, wenn das Umfeld sauber und aufgeräumt aussieht“, sagt Claudia Hörl. Daher verstehe sie nicht, dass alle zwei Wochen ein Berg von Müll an der Hauptstraße aufgetürmt werde.

Bei der Gemeindevertretung war das Problem mehrfach angesprochen worden. Bürgermeister und Kommunalpolitiker beriefen sich zuletzt darauf, dass der Landkreis seine Satzung zur Abfuhr von Wertstoffen ändern und die gelbe Tonne verpflichtend einführen würde. Allerdings gibt es im Ostseebad offenbar noch große Vorräte der gelben Säcke, die aufgebraucht werden. Sie sind niemandem zuzuordnen. Daher ist auch die Lage bei der Amtsverwaltung in Klütz schwierig. „An Abfuhrtagen können wir nur etwas machen, wenn es zur Verkehrsgefährdung kommt. Die müssen wir aber beobachten oder sie muss angezeigt werden“, sagt ein Mitarbeiter im Amt. Dass beim jüngsten Abfuhrtermin in Boltenhagen gelbe Säcke vor Autos geweht waren, hatte allerdings niemand angezeigt.

Malte Behnk/m. Prochnow

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