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Nordwestmecklenburg Familie Brand am Dorfeingang
Lokales Nordwestmecklenburg Familie Brand am Dorfeingang
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13:53 26.09.2018
Familie Brand lebt am Dorfeingang von Naschendorf, von Plüschow aus kommend. Quelle: Annett Meinke
Naschendorf

Am Dorfeingang linker Hand – wenn man von Plüschow aus kommt – steht das Haus von Paul (83) und Gerlind Brand (79). „Gebaut haben wir von 1978 bis 1980“, erzählt Paul Brand und schmunzelt, als er sich daran erinnert, wie schwierig es damals war, Baumaterial zu besorgen. „Zement gab es nur knapp, immer mit dem Hinweis, dass andere ja auch noch bauen wollen. Nach der Wende gab es dann auf einmal von allem Tonnen.“, sagt er. Die Brands sind zufrieden, sagen sie, so wie das Leben läuft und gelaufen ist. Beide haben die meiste Zeit ihres Berufslebens in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) in Plüschow gearbeitet, – sie in der Buchhaltung, er als Traktorist und Maschinist.

Sie haben miteinander drei Kinder bekommen und bisher sechs Enkel. „Zweimal Zwillinge dabei“, sagt Paul Brand stolz. Er ist im Jahr 1935 zwar nicht in Naschendorf, aber in Hilgendorf gleich nebenan geboren, – „als Siebenmonatskind“. Überlebt hat er nur, weil der damalige Gutsherr in Hilgendorf ihn sofort in die Klinik nach Lübeck fuhr. Bald danach ist Paul dann mit seinen Eltern nach Naschendorf gezogen.

Als der Zweite Weltkrieg vorbei war, war er zehn. Pauls Vater hatte ein Bein im Krieg verloren, und Paul war der von den insgesamt drei Söhnen – eine Schwester hatte er auch noch – der später im Dorf blieb, um dem Vater in der damals noch eigenen Landwirtschaft zu helfen. Später, als die DDR gegründet wurde und alles bald Land in die Genossenschaft überging, fing Paul Brand bei der LPG an. Den derzeitigen Bürgermeister von Plüschow, Christian Baumann, sagt er: „Den kenne ich schon von ganz klein auf.“

Gerlind Brand kam ursprünglich aus Wahrstorf im heutigen Landkreis Rostock. Sie hatte einen Beruf in der Landwirtschaft erlernt und war dann zur Weiterbildung nach Grevesmühlen delegiert worden, um das Buchhalterische zu erlernen. Ende 1961 lernte sie Paul dort beim Tanz kennen. Ein halbes Jahr später bereits heirateten sie. „Meine Eltern wollten so gern“, erzählt Gerlind Brand, „dass wir an demselben Tag heiraten, an dem sie ihre Silberne Hochzeit feierten.“ Und genau so passierte es: am 22. April 1962. Am 22. April 1987 wurde dann auch noch gemeinsam Goldene und Silberne Hochzeit gefeiert. „Unsere Goldene haben meine Eltern dann leider nicht mehr miterlebt“, sagt Gerlind Brand ein bisschen traurig.

Die Brands haben ein weitläufiges Grundstück hinter ihrem Haus, mit einem Garten – und einigem Platz für Enten und „Broiler“, wie Paul Brand, die Hühner, die nicht wegen der Eier, sondern zum Schlachten gehalten werden, nennt. „Nur für Gerlind, mich und die Familie.“ Früher hielten sie sich privat auf ihrem Grundstück mehr Vieh, doch dafür fühlen sie sich jetzt zu alt.

Der Sohn der Brands lebt in Grevesmühlen, eine Tochter in Harmshagen. Ihre andere Tochter haben sie vor sieben Jahren an den Krebs verloren. Sie vermissen sie. „Sie war ein guter Mensch, hat immer mehr gegeben als genommen“, sagt Paul Brand.

Für alles, was das Leben noch so bringen mag, wünschen sich die Brands vor allen Dingen Gesundheit. Damit sie so aktiv bleiben können, wie sie es noch sind. Regelmäßig geht es mit Freunden zum Kegeln, Gerlind Brand treibt außerdem regelmäßig Sport im Dorfklub und spielt gern Rommé.

Die Brands sind auch noch mobil, viel mit ihrem Auto unterwegs – fahren damit nicht nur zum Einkaufen, sondern sogar noch in den Urlaub. Und vor Kurzem haben sie mit Kindern und Enkeln ihre erste große Schiffsreise unternommen – mit Stationen in England, Frankreich, Belgien, Holland.

Annett Meinke

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