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Nordwestmecklenburg Droh-Mails: Junge Frau aus Grevesmühlen im Verdacht
Lokales Nordwestmecklenburg Droh-Mails: Junge Frau aus Grevesmühlen im Verdacht
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07:33 27.07.2016

 Mit Bombendrohungen soll sie unter anderem dafür gesorgt haben, dass auf dem Flughafen Berlin Tegel Anfang Juli eine Lufthansa-Maschine den Start abbrechen musste. Das Flugzeug wurde evakuiert und durchsucht, gefunden wurde nichts. Ähnliche Erfahrungen mussten die Mitarbeiter des Münchner Flughafens machen, auch dort soll eine Bombendrohung eingegangen sein.

Wie viele Straftaten der jungen Frau insgesamt zur Last gelegt werden, konnte die Staatsanwaltschaft Schwerin gestern nicht sagen. Es würde einige Verfahren parallel laufen, hieß es dazu von einer Sprecherin der Behörde. Nur so viel: Es laufen etliche Ermittlungen zu dieser Person.

Die Vorgehensweise der mutmaßlichen Täterin war in vielen Fällen ähnlich. Über die Internetwache der Polizei gingen Mails ein, in denen die Absenderin mit Straftaten drohte. Neben Flughäfen in Deutschland waren auch mehrere Polizeistationen das Ziel der jungen Frau.

Inzwischen wurde die mutmaßliche Täterin aus dem Verkehr gezogen. In der vergangenen Woche fand aufgrund der zahlreichen Vorkommnisse ein Treffen zwischen Vertretern des Landkreises, der Polizei, des Ordnungsamtes und des Gesundheitsamtes statt. In der Folge wurde die junge Frau in die geschlossene Abteilung eines Klinikums eingeliefert. Vorangegangen war ein entsprechender Antrag der Ordnungsbehörde des Landkreises. Bis Ende August bleibt die Frau in der Obhut der Klinik.

Die Frage, die sich nun für die Behörden stellt, ist, ob die junge Frau strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann.

Bei der Polizei in Nordwestmecklenburg ist sie seit geraumer Zeit bekannt. Sie hatte nach LN-Informationen die Beamten etliche Male beschäftig. Wie Nancy Schönenberg, Sprecherin der Polizeiinspektion Wismar, gestern bestätigt, habe es seit Herbst vergangenen Jahres mehrfach Kontakt gegeben. Die Frau hatte per Mail über die Internetwache der Polizei oder auch direkt am Telefon Straftaten angedroht. Unter anderem gegen das Revier in Grevesmühlen.

Aus den anfänglichen „kleinen“ Sachen wurden dann im Laufe der Zeit offenbar größere Delikte, die mit der Bombendrohung im Flughafen Tegel ihren vorläufigen Höhepunkt fanden.

Im Gegensatz zu zahlreichen anderen anonymen Anrufen, bei denen die Tätern nie ermittelt werden konnten, sind die Beamten in diesem Fall der mutmaßlichen Täterin relativ schnell auf die Spur gekommen. Unklar ist bislang noch, ob die Fluggesellschaft beziehungsweise der Flughafenbetreiber nach Abschluss der Ermittlungen Ansprüche geltend macht. Sollte dies geschehen, käme auf die Tatverdächtige eine hohe Schadenersatzsumme zu.

Paragraf 126

Der Paragraf 126 des Strafgesetzbuches „Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten“ beinhaltet die sogenannten Bombendrohungen. In den meisten Fällen gehen die Ermittlungen auch mit einer weiteren Straftat einher, mit dem Vortäuschen von Straftaten. Das Strafmaß für eine Bombendrohung per E-Mail oder Anruf reicht von Geldstrafen bis zu Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren.

 Michael Prochnow

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