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Nordwestmecklenburg Ehe für alle: Paare haben keine Eile
Lokales Nordwestmecklenburg Ehe für alle: Paare haben keine Eile
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19:14 27.01.2018
Wismar/Grevesmühlen

Die Ehe für alle war im vergangenen Jahr ein großes Thema – nicht nur medial, sondern auch für die Standesämter. Im Juli vom Bundestag beschlossen, kann sie seit dem 1. Oktober geschlossen werden. „Paare gleichen Geschlechts nutzten die Möglichkeit, ihre Lebenspartnerschaft in die Ehe für alle umzuwandeln, nicht in dem Maße, wie wir es erwartet haben“, berichtet Lisa Treumann, Leitende Standesbeamtin in Wismar. Lediglich fünf Paare – vier weibliche , ein männliches Paar und alle aus der Region – machten in den drei Monaten bis Jahresende von ihrem Recht Gebrauch. „Dabei ist die Umwandlung gebührenfrei“, betont Lisa Treumann. Vor dem Grevesmühlener Standesamt waren dagegen acht Paare, die ihre Lebenspartnerschaft amtlich eintragen lassen haben, bereichtet der Standesbeamte Heinz Erich Karallus.

Für alle Paare sei es eine Formalität gewesen. Die Eheschließung fand im kleinen Kreis statt. Der besondere Tag für sie, den sie auch als Hochzeitstag begehen wollen, sei der, an dem sie die Lebenspartnerschaft eingegangen sind. Die hatten bis zum 30. September 2017 zwei weibliche Paare in Wismar besiegeln lassen, zwei waren es auch in Grevesmühlen.

Zwei Frauenpaare gingen Ehe ein

In Wismar ging bisher ein gleichgeschlechtliches Liebespaar die Ehe ein. Die beiden Frauen reisten dazu aus der Ferne an. In Grevesmühlen gaben sich ebenfalls zwei Frauen das Ja-Wort. Sie wohnen in Rankendorf.

Für die Mitarbeiter im Standesamt war mit der neuen Gesetzgebung ein holpriger Start verbunden. „Unsere Computer-Software musste verändert werden. Dieser Prozess ist noch immer nicht abgeschlossen.

Wir erwarten in diesem Jahr ein Update“, erläutert die Leiterin in Wismar. Nichtsdestotrotz konnten sie und ihre drei Kolleginnen die Eheschließung vornehmen und die Urkunde ausstellen.

September sehr beliebt

Insgesamt gaben sich im vergangenen Jahr 279 Paare in Wismar das Ja-Wort, acht weniger als 2016 und zwei mehr als 2015. Die letzte Heirat fand zwischen Weihnachten und Neujahr statt. Besonders beliebt war der September. 50 Paare gingen den Bund fürs Leben ein. Im Juli fanden 40 Eheschließungen statt, im Juni und August jeweils 34.

„Am schnellsten ausgebucht sind die Samstage. Aber die Freitage sind bei Paaren wohl noch beliebter“, informiert Lisa Treumann. Alle Hände voll zu tun hatten die Standesbeamtinnen am Freitag, dem 7.7.17. An diesem Hochzeitsdatum ließen sich neun Paare trauen. „Damit sind unsere Kapazitäten erschöpft.“

Als ebenfalls von Liebenden bevorzugtes Heiratsdatum erwies sich der 8.9.17. Für die Brautleute war dieser Termin vielleicht nicht nur perfekt, weil er auf einen Freitag fiel. Möglicherweise war auch ausschlaggebend, dass acht plus neun 17 ergibt, was sich als Hochzeitsdatum gut merken lässt. „Auf jeden Fall war es in unserem Standesamt der beliebteste Freitag im September“, stellt Lisa Treumann fest. Den 17.7.17 nutzten dagegen nur zwei heiratswillige Paare. Es war ein Montag.

127 Brautpaare aus Wismar

Von 279 Brautpaaren waren 127 Wismarer, das heißt, beide Partner hatten ihren Hauptwohnsitz in der Stadt, 89 waren außerhalb des Landkreises zu Hause. „Die Eheschließung wird im Standesamt am Hauptwohnsitz eines Partners beantragt. Aber heiraten können Paare deutschlandweit“, erläutert Treumann. „Ein Paar, das zum Beispiel auf Poel Urlaub macht, möchte in Wismar heiraten. Die Wohnsitzgemeinde schickt uns dann die Anmeldung zu.“

Haike Werfel/jana Franke

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