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Nordwestmecklenburg Ein Goethe-Klassiker wird entstaubt
Lokales Nordwestmecklenburg Ein Goethe-Klassiker wird entstaubt
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20:17 21.01.2016

Im Juli wird Goethes „Faust I“ in der St. Georgenkirche dank der Festspiele Wismar zu sehen sein. Zeitgleich arbeiten auch Schüler der Großen Stadtschule „Geschwister Scholl Gymnasium“ am Stück, um ihre Version des Klassikers jugendgerecht auf die Bühne zu bringen.

Einen kleinen Ausschnitt wird es bereits zur Eröffnung der Hanseschau zu sehen geben. Wenn die Schüler mitziehen, soll auch eine große Schüleraufführung auf der Festspielbühne stattfinden. Der Stadtschulfaust neben der Version der Festspiele.

Svenja Kochems, Musik- und Deutschlehrerin an der Schule, weiß, die Schüler werden mitziehen. Die Stadtschüler machen immer wieder mit großen Theaterinszenierungen und Musikprojekten auf sich aufmerksam, so dass sich für den Wismarer Festspielverein die ungewöhnliche Kooperation zwischen den Profis und dem Nachwuchs als logische Konsequenz ergab.

Andreas Conrad, Projektmanager und Ideengeber der Wismarer Festspiele, ließ beim Treffen zwischen Festspielteam und Stadtschullehrer alle lachen: „Ich habe den Faust in der neunten Klasse gehasst!“

Faust — unverändert mehr oder weniger beliebter Unterrichtsstoff der Klassenstufen neun und elf — kann mit seiner zeitlosen Aktualität aber auch begeistern und Jugendliche sensibilisieren für das Theater und für die Klassiker.

Das Ziel des Festspielteams ist es, den Stoff bekannter und beliebter zu machen, ihn zu entstauben und so vielleicht auch junges Publikum in die Aufführungen zu locken.

Dafür haben sie das Projekt „Who the Fuck is Faust?“ — umgangssprachlich übersetzt „Wer zum Teufel ist Faust?“ — ins Leben gerufen und wollen den Faust zum Tagesthema an den Schulen machen - nach Unterrichtsschluss und in den Pausen.

Regisseur Holger Mahlich erklärt: „Generationen von Schülern stöhnen bei Faust auf, aber das bessert sich, wenn die Schüler den Stoff selbst bearbeiten.“ Sascha Gluth — Hauptdarsteller im Jedermann und in der Faust-Inszenierung — macht den Schülern und ihren Lehrern Mut, frech zu sein, nicht einfach nur den „Osterspaziergang“ beispielsweise zu rezitieren.

Bis zum Donnerstag, dem 3. März, soll ein erster Teil der Faust-Inszenierung der Stadtschüler zur Eröffnung der Hanseschau ebendort gezeigt werden, vorher wird Regisseur Holger Mahlich noch mit den Schülern arbeiten.

Nicole Hollatz

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