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Nordwestmecklenburg Ein Herzensbrecher im Krankenhaus
Lokales Nordwestmecklenburg Ein Herzensbrecher im Krankenhaus
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20:12 24.06.2017

„Oh ist der niedlich!“ Viel Fell, ein Teddybärengesicht mit Knopfaugen und Stupsnase, tapsige Pfoten und ein Blick zum Dahinschmelzen. Wenn der Elo „Lasse“ dann noch mit seinen spitzen Ohren den Kopf zur Seite neigt, ist der Niedlichkeitsfaktor nicht mehr zu überbieten. „So geht das allen hier auf der Station“, sagt Dr. Mirja Katrin Modreker, Chefärztin der Klinik für Altersmedizin im Wismarer Sana Hanse-Klinikum, lachend und erzählt davon, wie „Lasse“ jedem ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Mirja Katrin Modreker arbeitet mit Hund „Lasse“. Quelle: Foto: Nicole Hollatz

Derzeit wird er auf seine wichtige Mission vorbereitet. Er ist in der Ausbildung zum Besuchs- und Begleithund für die Klinik für Altersmedizin und für die geriatrische Tagesklinik. Dr. Mirja Katrin Modreker: „,Lasse’ macht gerade sein Praktikum auf der Station, Patientenkontakt direkt darf er noch nicht haben.“ „Lasse“ ist ihr Hund. Die Chefärztin hatte lange mit dem Gedanken gespielt, sich nach den positiven Jugenderfahrungen mit Hund wieder einen Vierbeiner zuzulegen. Aber: Als Ärztin mit langen Arbeitszeiten, in denen der Hund alleine zu Hause wäre, war der Wunsch nicht tiergerecht umsetzbar. Doch mit „Lasse“ funktioniert das, denn er kommt nun mit zur Arbeit. „Es ist ein Geben und Nehmen“, berichtet die Ärztin von den positiven Effekten für alle Beteiligten. Für Kolleginnen und Kollegen, die der Vierbeiner zum Lächeln bringt und deren Stressempfinden dank „Lasse“ auf der Station sinkt. Dazu ein glücklicher Hund, der ganz viel Aufmerksamkeit und Zuneigung bekommt, natürlich ohne dabei überfordert zu werden.

Derzeit lernt „Lasse“ auf der Station die Menschen, die Räume und die Technik kennen, und wie er sich verhalten darf und muss, während sich seine Bezugspersonen an die Hygienevorschriften für den Hund gewöhnen – Pfötchen waschen, Napf desinfizieren, das tägliche Bürsten beispielsweise. „Es gibt Auflagen vom Veterinäramt für einen Hund im Krankenhaus“, berichtet die Chefärztin.

„Erst wenn ein Patient sagt, er möchte Kontakt zu ,Lasse’, darf er ihn streicheln oder bürsten“, erklärt Dr. Mirja Katrin Modreker das weitere Vorgehen, sobald Lasse als Besuchs- und Begleithund eingesetzt werden darf. Ein Patientenzimmer darf er aus hygienischen Gründen nicht betreten, auch nie Kontakt mit Patienten haben, die mit offenen Wunden oder mit ansteckenden Krankheiten auf der Station liegen. „Hygiene ist in einem Krankenhaus natürlich ein sehr wichtiger Part“, betont die Chefärztin.

Sie fügt hinzu: „Das Robert-Koch-Institut hat ganz klar festgestellt, dass die positiven Effekte einer tiergestützten Therapie die möglichen Risiken beispielsweise im Krankenhaus übersteigen. Die Anwesenheit des Hundes bringt sofort jedem ein Lachen ins Gesicht und vermittelt Geborgenheit und Nähe. Der Hund strahlt Ruhe aus und sorgt so für mehr Zufriedenheit beim Menschen. Er wirkt entspannend auf jeden.“

Eine halbe Stunde Hundekraulen statt blutdrucksenkender Mittel? „Das kann man so nicht sagen, aber der Hund tut auf jeden Fall gut!“

Nicole Hollatz

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