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Nordwestmecklenburg Ein Internat für Kinder in den Bergen
Lokales Nordwestmecklenburg Ein Internat für Kinder in den Bergen
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20:13 14.06.2017
Sind in diesen Tagen in Albanien, um die nächsten Projekte voranzutreiben: Gärtnermeister Jürgen Reindorf (l.) aus Lübeck, Frieder Weinhold, Vorsitzender des Christlichen Hilfsvereins, und Bauingenieur Wolfgang Griese. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann

Über 2200 Kilometer haben Frieder Weinhold und Wolfgang Griese von Wismar nach Albanien zurückgelegt. Vor dem Chef der Albanienhilfe Wismar und dem Vorsitzenden des Behindertenbeirates Nordwestmecklenburg liegt ein straffes Programm. In drei Schiffscontainern lagern Hilfsgüter: zum Beispiel Schulmöbel, Schränke, eine Zahnarztpraxis aus Schönberg und Familienpakete. „Der Wert liegt bei 18 500 Euro, ideel ist das sehr viel mehr“, sagt Frieder Weinhold. Der Vorsitzende des Christlichen Hilfsvereins will aber vor allem soziale Projekte vorantreiben:

Die Albanienhilfe Wismar gibt es 25 Jahre. Ein Internat in der Bergregion um Bishnica ist das wichtigste Projekt. Aktuell wird es vor Ort diskutiert.

„Das Internat in Bishnica ist derzeit unser wichtigstes Projekt in Albanien.“ Mit Bauingenieur Wolfgang Griese weiß er einen Fachmann an seiner Seite.

Weinhold ist Stammgast in dem südosteuropäischen Land zwischen Montenegro, Mazedonien und Griechenland. Auch die Lübecker Christine und Jürgen Reinfeld sind in der Mokra-Bergregion eingetroffen. In den Bergdörfern hat sich seit der Wende 1990 nur wenig entwickelt. Abgelegen und weit weg von der Hauptstadt Tirana bewegt sich im Hinterland der Stadt Pogradec am schönen Orydsee wenig. Dabei liegt die Region landschaftlich sehr reizvoll. Jürgen Reinfeld hat 2014 Albanien mit seinem Landrover mit Schlafkabine bereist. Der Gärtnermeister hörte von der Hilfsaktion made in Wismar. Jetzt will er selber helfen. Sein Ziel: Im Herbst 5000 bis 10000 Bäume pflanzen und der Natur um Bishnica das zurückgeben, was in den letzten Jahren abhanden gekommen ist. Vor Ort wollen die Lübecker das Organisatorische besprechen.

Frieder Weinhold und Wolfgang Griese kümmern sich vor allem um das geplante Internat. Gespräche mit der Schulverwaltung, mit einem Architekten und Politikern stehen auf dem Programm. Das Raumkonzept soll entwickelt und Varianten für den Neubau skizziert werden. „Ich finde das Projekt sehr gut. Und wenn man helfen kann, soll man das auch machen“, sagt Wolfgang Griese, der 2016 das erste Mal vor Ort war.

Die Albanienhilfe betreibt seit 1999 ein kleines Internat für etwa 20 Kinder in Bishnice. Ihnen wird dadurch der Schulbesuch ermöglicht. Einige Kinder haben keine Eltern, andere wohnen so weit weg von der Schule, dass ihnen nur durch das Internat der Zugang zur Bildung ermöglicht wird.

Das Grundstück für den Neubau ist gefunden. Bis zu 80 Kinder könnten dort betreut werden. Baubeginn soll möglichst 2018 sein. Weinhold: „Wir suchen händeringend Spender, Fachleute, die sich an den Eigenleistungen beteiligen, und Sponsoren, die zum Beispiel Holz und Dachbinder zur Verfügung stellen.“

Hilfe seit 1992

Februar 1992: Ein Helferteam aus Wismar ist das erste Mal in Albanien. Seitdem gibt es regelmäßige Transporte: mit Familienpaketen, Schulmöbeln, medizinischen Hilfsgütern und ab 2000 auch Weihnachtspäckchen.

1995 wird aus der Initiativgruppe

„Albanienhilfe Wismar“ der Evangelisch-methodistischen Kirche Wismar der „Christliche Hilfsverein Wismar“ (CHW) gegründet. Eine Reihe von sozialen Projekten für Kinder und Familien werden umgesetzt.

Weihnachtspäckchen werden in

diesem Jahr zum 17. Mal verteilt.

Frieder Weinhold, Vorsitzender des CHW, wurde 2004 das Bundesverdienstkreuz für sein soziales Wirken verliehen. Er ist Ehrenbürger von zwei kleineren albanischen Kommunen und seit 2013 Ehrenbürger der 21000 Einwohner zählenden Stadt Pogradec am Rande der Mokra-

Bergregion in Albanien.

Weitere Informationen unter www.chwev.de (☎ 0 38 41-

22 53 0) oder im Vereinshaus

am Turnplatz 4 in Wismar.

Heiko Hoffmann

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