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Nordwestmecklenburg Ein Spaziergang auf dem langen Weg zur Brückenregion
Lokales Nordwestmecklenburg Ein Spaziergang auf dem langen Weg zur Brückenregion
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20:13 06.04.2016
Die Kühe und Schafe, die jetzt noch am Teich im ehemaligen Haustierpark Tüzen grasen, gehören der Landboden Glasin. Fotos (2): Sylvia Kartheuser

Das Gelände ist groß. 36 Hektar sind eingezäunt. Zudem gibt es fünf bis sechs Hektar an Erweiterungsflächen. Daneben stehen ein ehemaliger Schweinestall, eine ehemalige Scheune, ein ehemaliges Hotel. Überhaupt ist dort alles „ehemalig“, auch der Haustierpark Tüzen in der Gemeinde Passee. Für Bürgermeister Adolf Wittek (parteilos) ist das brachliegendes Kapital, seit der letzte Betreiber, ein ehemals gemeinnütziges Sozialunternehmen aus Rostock, Tierpark und Gemeinde 2008 im Streit verließ — und alle Tiere, darunter prämierte Schafböcke, mitnahm.

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Beim Gang durch den ehemaligen Haustierpark Tüzen erklärte Passees Bürgermeister Adolf Wittek dem Bundestagsabgeordneten Frank Junge (SPD) das Konzept.

Die Fläche aufzugeben, auf der sich auch der 118 Meter hohe Lünenberg erhebt, kommt für Adolf Wittek nicht infrage. Seit einem Jahr arbeitet er an dem Plan, die Tourismusschwerpunkte Salzhaff und Sternberger Seenplatte durch eine Brückenregion zu verbinden. Und da läge Passee samt Ortsteil Tüzen mittendrin.

Um so einen Plan umsetzen zu können, braucht es Mitstreiter und Sympathisanten. Im Bundestagsabgeordneten Frank Junge (SPD) hat Adolf Wittek einen neuen gefunden. „Das hier ist ein Rohdiamant mit viel Potenzial“, sagte Frank Junge beim Besuch des ehemaligen Haustierparks, wo Adolf Wittek ihn auch auf Nordwestmecklenburgs höchste Erhebung führte. „Was für ein toller Rodelberg“, entfuhr es Frank Junge. Gemeindevertreter Karl-Heinz Urban grinste und erinnerte sich: „Die ganz Mutigen von uns Kindern sind damals in Richtung Wald gerodelt.“ So manchen Schlitten habe es da zerlegt, doch sei niemand je ernsthaft verletzt worden.

Eine moderne Art des Rodelns — und zwar auch im Sommer — sieht die Grobplanung für den ehemaligen Tierpark auch vor. Auf dem Lünenberg könnte eine Coaster-Bahn zur Attraktion werden. Ergänzt werden könnte die Allwetterbahn, die auf Schienen läuft, durch einen Aussichtsturm auf dem Lünenberg.

Das sind allerdings erst einmal nur Träume. Beim Besuch von Frank Junge ging es Bürgermeister Adolf Wittek und den Gemeindevertretern, die fast vollzählig gekommen waren, auch um die Suche nach möglichen Geldquellen. Einen Antrag beim Landesförderinstitut hat die Gemeinde bereits gestellt. Das will vor der Entscheidung aber eine Machbarkeitsstudie sehen. Die wiederum kostet Geld, was die Gemeinde im Haushalt aber bereits eingeplant hat. „Der Auftrag für die Studie soll in den nächsten 14 Tagen rausgehen“, so Passees Bürgermeister.

Frank Junge riet: „Die Regionen wirtschaften zu sehr für sich selbst. Der Weg muss sein, mehr zusammen zu machen.“ Das hätte auch zur Folge, dass sie von den Gemeinden über die Ämter und Landkreise stärkeren Druck auf die Landesregierung und letztlich auch die Bundesregierung ausüben könnten. Derzeit sehe er leider keine Möglichkeit, das Projekt in Passee durch den Bund fördern zu lassen. „Aber ich kann Ihnen helfen, wenn es darum geht, Kontakte herzustellen, und in meinem Rahmen als Fürsprecher auftreten“, sicherte das Bundestagsmitglied dem Bürgermeister und den Gemeindevertretern zu.

Frank Junge will schon bald wieder nach Passee kommen, aber als Privatmann. Der Grund sind die Moorfrösche. In der Laichzeit färben sich die Männchen leuchtend blau, übrigens als einziger Frosch in Europa. „Das muss ich unbedingt einmal mit eigenen Augen sehen“, sagte Frank Junge. Doch auch für das Projekt „Brückenregion“ will er in einigen Wochen wiederkommen. Dann sollen mit möglichst vielen Mitstreitern aus anderen Gemeinden bereits einige Eckpunkte festgezurrt werden.

Die Brückenregion

Die Brückenregion vom Salzhaff bis zur Sternberger Seenplatte umfasst vor allem Gemeinden in den Ämtern Neukloster-Warin und Neubukow-Salzhaff, aber auch im Amt Neuburg.

In der Brückenregion, deren touristische Angebote sich als Ergänzung sehen und nicht in Konkurrenz zueinander, soll die interkommunale Zusammenarbeit verstärkt werden. Die regionale Entwicklung soll geordnet und Altstandorte sollen revitalisiert werden.

Von Sylvia Kartheuser

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