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Nordwestmecklenburg Eine „Lebensoase“ für das Ostseebad Boltenhagen?
Lokales Nordwestmecklenburg Eine „Lebensoase“ für das Ostseebad Boltenhagen?
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18:15 14.09.2016

Boltenhagens Bürgermeister Christian Schmiedeberg (CDU) spricht von einer „Idee mit Substanz“. Für Gemeindevertreterin Christiane Meier (CDU) wäre ein Zentrum für leukämiekranke Kinder und Jugendliche im Ostseebad „interessant“, aber wohl eher unrealistisch. Clemens Amberg, Projektsteuerer aus Bad Bevensen, stellte den Mitgliedern des Bau- und Umweltausschusses am Dienstagabend im Festsaal erstmals seine Pläne für eine sogenannte Lebensoase in Boltenhagen vor. Amberg, der, wie er sagt, aus der Krankenhausbranche kommt, schwebt ein „Sehnsuchtsort und ein besonderer Platz zum Leben“ zwischen der Klützer Straße und der Wichmannsdorfer Straße vor. Er möchte jungen Menschen mit Leukämie, „die ihre Haare verloren haben, die sich schämen rauszugehen“, eine Oase an der Ostsee bieten. Ambergs Plan: ein Rückzugsort mit einer Art Apartmenthaus und vielem mehr. „Das allerwichtigste sind für mich die Oasen“, sagte er. Zum Beispiel eine „Oase Spiel, Gesang und Therapie.“ Eine weitere wäre ein „Meeresschwimmwasserzentrum mit einem Kneippzentrum.“ Auch eine Bildungsoase kann sich Amberg gut vorstellen. Genauso wie ein Haus fürs Werken, ein Klangstudio und einen Garten der Sinne. „Wichtig ist, dass sich die Kinder dort wohl fühlen.“

Amberg sprach bei der Vorstellung des Projektes auch von einem Lichtturm mit geschlossener Aussichtsplattform auf die Ostsee, einer Kletterwand an der Nordseite und Solarpaneelen an der Südseite, die den Turm mit Strom versorgen sollen. Die Lebensoase soll seinen Angaben nach ausschließlich für leukämiekranke Kinder sein und eine „Art Kur-Charakter“ haben. Geht es nach Amberg soll der Einrichtung eine Universität angeschlossen werden.

Grundvoraussetzung für die Umsetzung der Lebensoase, das machte der Projektentwickler aber deutlich, sei es, ein passendes Grundstück zu finden. Notwendig seien zunächst 3000 bis 4000 Quadratmeter – später noch weitere Erweiterungsflächen. Bürgermeister Christian Schmiedeberg zeigte sich dem Vorhaben gegenüber aufgeschlossen. „Wir hatten hier schon ganz viele Investoren. Letztlich gingen die Vorschläge aber alle nur in eine Richtung: Ferienwohnungen.“ Für Schmiedeberg sei das Projekt Lebensoase etwas „ganz anderes“ und „das erste Mal, dass ich etwas ganz Neues höre.“ Er plädierte dafür, „dass wir es ernsthaft weiter verfolgen – ergebnisoffen.“

Für Christiane Meier hört sich das Projekt Lebensoase gut an. „Aber ich halte das für einen wohlgemeinten Wunsch, der nicht realisierbar ist.“ Die ehemalige Bürgermeisterin des Ostseebades hat „erhebliche Zweifel“ an der Umsetzung. Vor allem, was die Mitarbeit einer Uniklinik angeht. Auch beim Thema Meerwasserschwimmbad hat sie Bedenken. „Unterhalten Sie sich mal mit den Klinikbetreibern hier. Das Schwimmbad dort ist gerade geschlossen worden, weil es nicht mehr erhalten werden konnte.“ Einen Beschluss zu dem Thema gab es nicht.

Steffen Oldörp

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