Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Nordwestmecklenburg Eine Million Euro für ein moderneres Museum
Lokales Nordwestmecklenburg Eine Million Euro für ein moderneres Museum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:07 10.11.2017
Grenzhus-Leiter Andreas Wagner (53) stattet den ehemaligen Jugendklub in Schlagsdorf mit Ausstellungsstücken zur Geschichte der innerdeutschen Grenze aus. Quelle: Jürgen Lenz
Schlagsdorf

Die alte haben Mitarbeiter des Informationszentrums nun aus dem Haus getragen. Ihr Chef, Andreas Wagner, betont: „Während der Neugestaltung bleibt trotzdem ein Angebot für Besucher erhalten.“

Verein gestaltet das Grenzhus um / Während der Bauzeit öffnet das Informationszentrum in anderen Räumen.

Statt ins Grenzhus geht Wagner nun in den nahegelegenen ehemaligen Jugendklub von Schlagsdorf. Er hängt Informationstafeln auf. „Wir werden hier einen Überblick zur Grenzgeschichte geben“, erläutert der 53-Jährige, der in Dassow aufwuchs, in Hamburg als Historiker promovierte und seit 2013 das Informationszentrum in Schlagsdorf leitet. Nun führt er in ein weiteres Übergangsquartier des Grenzhus. „In der V + R-Bank ist jetzt unser neuer Empfang“, sagt Andreas Wagner auf dem Weg zu einem Häuschen im Fachwerkstil. Handwerker bauten es 2010 für die Volks- und Raiffeisenbank.

Vor einigen Monaten schloss die Geschäftsstelle für immer – wie fünf weitere in Mecklenburg auch. Nun ist das Informationszentrum mit seinem Empfang und einer kleinen Ausstellung eingezogen. Das nahegelegene Außengelände mit Überresten von Grenzanlagen bleibt unabhängig von den Arbeiten im Grenzhus geöffnet.

Von den Besuchern her gedacht ist auch die neue Dauerausstellung. Mit ihr reagiert der Trägerverein „Politische Memoriale“ auf teilweise veränderte Bedürfnisse der Gäste. Andreas Wagner sagt: „Wir entwickeln uns als Museum mit unseren Besuchern weiter.“ Wegen neuer Sehgewohnheiten gerade bei den jüngeren Gästen setzt das Grenzhus ab dem kommenden Frühjahr auch auf Multimedia. Auf das Interesse der zahlreichen Besucher aus dem Ausland reagiert das Grenzhus mit Mehrsprachigkeit. Die neue Ausstellung wird die Gäste mit deutschen und englischen Texten informieren. Auch wird sie klarer gegliedert sein als die alte.

Andreas Wagner nennt einen weiteren Aspekt, auf den das Grenzhus mit einer neuen Dauerausstellung reagiert: „Es gibt durch den Generationenwechsel, der seit 1989 stattgefunden hat, viele neue Fragen.“ Auch seien Historiker zu einigen neuen Erkenntnissen gekommen, die berücksichtigt werden sollten. Der Trägerverein „Politische Memoriale“ investiert eine Million Euro in den Umbau des Hauses und die neue Dauerausstellung. Das Geld kommt von der Europäischen Union, dem Land Mecklenburg-Vorpommern, der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Landkreis Nordwestmecklenburg. Sie finanzieren letztlich auch die neue Barrierefreiheit im Grenzhus inklusive Aufzug.

Öffnungszeit: täglich 10 bis 16.30 Uhr. Reduzierter Eintrittspreis während der Umbauzeit: drei Euro.

 Jürgen Lenz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!