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Nordwestmecklenburg Eine „Seelsorgerin“ im Dorfkonsum
Lokales Nordwestmecklenburg Eine „Seelsorgerin“ im Dorfkonsum
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20:26 27.07.2017
Heike Horstmeier im Gespräch mit Gunnar Müller. Sie spricht ihre Kunden mit Namen an. „Man kennt sich“, sagt sie. Quelle: Fotos: Haike Werfel

„Frischemarkt“ ist die kleine Verkaufsstelle inmitten des Dorfes überschrieben. Die Lübower gehen aber im „Konsum“ einkaufen. Er hat sich aus DDR-Zeiten über die Wende gerettet.

Dietmar Grunau hatte ihn privatisiert. Nachdem er ihn aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste, stand der Laden etwa fünf Jahre leer. Der Lübower Ronny Hesse, der eine Boden- und Estrich-Firma betreibt, hat ihn wiederaufgebaut und an Heike Horstmeier vermietet. Seit 2006 bietet die 43-Jährige Waren des täglichen Bedarfs an sowie Zeitschriften und Bücher. Sie belegt Schnittchen und Brötchen zu besonderen Anlässen in der Schule oder in Lübower Firmen. Mittag-Hungrige können einen Imbiss am Stehtisch zu sich nehmen. Auch als Paketstation für Hermes, GLS und Nordbrief fungiert der Laden.

„Als Nachbarin“ nimmt Heike Horstmeier auch Sendungen der Deutschen Post entgegen.

„Sie ist Seelsorgerin“, sagt plötzlich eine Kundin, „jemand, der zuhört oder auch mal einen Rat gibt“, erklärt Heidemarie Rohde. „Vor allem ältere Kunden lieben das. Sie kommen auch her, um Leute zu treffen und sich zu unterhalten.“ Der Konsum als Kommunikationsstätte.

Auch dies spielte eine Rolle, als Heike Horstmeier die Verkaufsstelle übernahm. „Ich habe schon vor allem an die älteren Menschen gedacht, die nicht mehr so mobil sind und zum Einkaufen in die Stadt fahren können“, sagt die gebürtige Dorf Mecklenburgerin, die 1990 nach Lübow geheiratet hat. Aber auch Kinder sowie ganze Kita-Gruppen holen sich gerne ein Eis bei ihr. „Viele Lübower kaufen hier ein, um Frau Horstmeier zu unterstützen“, weiß Bürgermeister Wolfgang Lüdtke.

Eine Herausforderung sei es schon gewesen, in die Selbstständigkeit zu gehen, sagt die Einzelhändlerin. „Angst war auch dabei“, gibt sie zu. Ihre Arbeitstage haben in der Regel elf Stunden. Vor der Ladenöffnung um acht Uhr hat sie Brot und Brötchen zu backen, die Fleisch- und Wursttheke aufzufüllen, Brötchen zu belegen, Ware anzunehmen. Wenn sie mal zum Arzt muss oder einen Behördengang zu erledigen hat, hilft die Schwiegermutti aus. Brigitte Horstmeier hat zu DDR-Zeiten schon im Konsum gearbeitet.

hw

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