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Nordwestmecklenburg Einsatzreichstes Jahr seit der Gründung
Lokales Nordwestmecklenburg Einsatzreichstes Jahr seit der Gründung
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15:06 05.02.2016
Die Suche nach einer demenzkranken Frau beschäftigte Boltenhagens Feuerwehr im September.
Das vergangene Jahr war für die Freiwillige Feuerwehr Boltenhagen das einsatzreichste seit der Gründung im Jahr 1938. Die ehrenamtlichen Helfer rückten 2015 insgesamt 75-mal aus. Vor zehn Jahren hatten sie 17 Einsätze.

Beförderungen

Feuerwehrfrau: Christin Kidschun

Oberfeuerwehrmann/-frau: Oliver Bartz, Christian Beckert, Jan Klapproth, Kevin Pautz, Vanessa Rohfleisch

Bei der Jahreshauptversammlung der Brandschützer berichtete Wehrführer Sebastian Hacker von 34 Brandeinsätzen, 36 technischen Hilfeleistungen und fünf sonstigen Alarmen. Die meisten Einsätze gab es im Juni und Oktober mit jeweils elf Alarmierungen.

Besonders in Erinnerung ist den Einsatzkräften neben dem Großeinsatz auf dem Gelände der GER in Neu Degtow die Suche nach einer demenzkranken Frau, die am 25. September in Boltenhagen verschwunden war. Fast den ganzen nächsten Tag suchten die Feuerwehrleute des Ostseebads in der Gemeinde und den umliegenden Orten. Mit Unterstützung benachbarter Feuerwehren, einer Rettungshundestaffel der Polizei und eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera konnte die Frau rechtzeitig in einem Straßengraben an der Wohlenberger Wiek gefunden werden. Sebastian Hacker lobte speziell die Feuerwehrleute, die sich um die Frau gekümmert und Erste Hilfe geleistet hatten.

Bei zehn Einsätzen kamen Boltenhagens Feuerwehrleute mit erkrankten, verletzten aber auch verstorbenen Personen in Berührung. Bei zwei Bootseinsätzen retteten die Helfer vier Menschen aus der Ostsee.

Sebastian Hacker gab in dem Zusammenhang zu bedenken, dass die Feuerwehr zum Beispiel bei Bootseinsätzen vor Redewisch eine lange Anfahrt zurücklegen muss. Man brauche im Schnitt 25 Minuten, um vom Gerätehaus erst in entgegengesetzter Richtung 3,5 Kilometer zum Hafen nach Tarnewitz zu fahren, das Boot zu Wasser zu lassen und den Einsatzort übers Wasser zu erreichen. „Eine Lösung des Problems wäre, entweder eine zweite Rettungszufahrt oder eine bei jeder Witterung nutzbare Slipmöglichkeit zu bauen, was sich wahrscheinlich nur schwierig gestalten lässt“, sagte Sebastian Hacker. „Man könnte auch ein weiteres kleineres und robustes Rettungsboot beschaffen, welches man mit einer Hand voll Kameraden schnell über den Strand transportieren kann“, schlug er vor, um Rettungszeiten zu verkürzen.

Kritik übte der Wehrführer auch am Prozedere um den Anbau am Gerätehaus. Es war erweitert worden, um genügend Abstellraum für das Rettungsboot der Feuerwehr zu haben. „Nach dem Baubeginn vor knapp zwei Jahren sollte im vergangenen Frühjahr das Gebäude offiziell von Seiten der Gemeinde an die Feuerwehr übergeben werden. Daraus wurde leider bis heute nichts“, berichtete Hacker. Im Dachbereich zwischen dem Anbau und dem bestehenden Gerätehaus war Wasser eingedrungen und es kam zu keiner Abnahme. „Die zuständige Mitarbeiterin im Amt schickt fleißig Mails an den Architekten mit Bitte einer Stellungnahme seinerseits. Dieser antwortet entweder kleckerweise oder gar nicht“, berichtete Sebastian Hacker, warum Monate ins Land ziehen. „Die Firma, die das Dach baute, ist der Meinung, sie haben alles überprüft, es wurde nichts festgestellt und somit ist alles in Ordnung“, ergänzte der Wehrführer und ärgerte sich zusätzlich, dass diese Baufirma jetzt offenbar von der Feuerwehr den Beweis verlange, dass es wirklich rein regnet. „Ich persönlich finde es langsam überhaupt nicht mehr lustig. Fakt ist jedenfalls, dass ich mir die nassen Flecken an der Decke und die daraus resultierenden Ausblühungen mit Sicherheit nicht einbilde“, sagte er. Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Christian Schmiedeberg soll es noch einen letzten Vororttermin geben. Sollte das zu keinem Ergebnis führen, wolle man einen Gutachter einschalten.

Malte Behnk

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