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Einstieg in Pflege und Führerschein dazu

Wismar Einstieg in Pflege und Führerschein dazu

Neues Angebot im Bildungszentrum Wismar: Ab 4. Oktober Kurs in beruflicher Qualifikation samt Fahrschule.

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Kooperationspartner im neuen Fortbildungskurs im Pflegebereich: Diana Kotlowski (l.) vom Bildungszentrum Wismar und die Fahrschullehrer Tino Michels und Birgit Barowski.

Quelle: Haike Werfel

Wismar. „Pflegeassistenten sind Mangelware“, sagt Pamela Ahrenholz, Leiterin des privaten Seniorenpflegeheims „Haus Seestern“ in Wendorf. Wenn es Bewerberinnen gibt, dann scheitert die Einstellung häufig am fehlenden Führerschein oder Auto. „Die Busfahrzeiten sind unflexibel“, beklagt die Heimleiterin.

Sie hofft auf ein neues Kursangebot des Bildungszentrums Wismar. Das will ab Herbst Pflegeassistenten qualifizieren und gleichzeitig ermöglichen, dass die Teilnehmer die Fahrschule absolvieren. „Der Kurs soll am 4. Oktober beginnen und wird sechs Monate dauern. Acht Wochen Pflegepraktikum sind inklusive“, informiert Diana Kotlowski, beim BZW zuständig für Aus- und Weiterbildung. Die berufliche Qualifizierung erfolgt in Vollzeit, das heißt es gibt täglich acht Unterrichtseinheiten. Zum Ende des Kurses können die Teilnehmer den Führerschein erwerben. Dafür holt das BZW die Wismarer Fahrschullehrer Birgit Barowski und Tino Michels ins Boot.

Der Kurs richtet sich an Arbeitsuchende, Hausfrauen und berufliche Rehabilitanten, das heißt Arbeitnehmer, die aus gesundheitlichen Gründen ihren erlernten Beruf nicht ausüben können. Die Kosten für die Bildungsmaßnahme werden von der Arbeitsagentur und dem Jobcenter sowie vom Rentenversicherungsträger gefördert.

„85 Prozent unserer Pflegeassistentinnen kommen aus den dreimonatigen Kursen des Bildungszentrums“, berichtet Pamela Ahrenholz. Bislang konnten sie erst im Nachgang den Führerschein erwerben. Auch dann hat das Jobcenter die Kosten gefördert.

Die Fluktuation im Pflegebereich ist hoch: Der Altenpflegeberuf hat ein schlechtes Image, gilt als unattraktiv, schlecht entlohnt und ist zum Teil körperlich schwer. „Wir zahlen mehr als den Mindestlohn und bieten die Perspektive, sich zur Pflegefachkraft weiterzubilden“, sagt Pamela Ahrenholz. Für ihre alleinerziehenden Mitarbeiterinnen gestalte sie die Dienstpläne „muttifreundlich.

Jeder nimmt Rücksicht. Aber Mitarbeiterinnen mussten ihren Job aufgeben, weil ihre Partnerschaft in die Brüche ging und sie sich kein eigenes Auto leisten können“, erzählt die Heimleiterin. „Um gute, fleißige Mitarbeiterinnen künftig halten zu können, werden wir Kleinwagen anschaffen und vors Haus stellen“, kündigt sie an.

Jobcenter-Chef Martin Greiner begrüßt die Arbeitgeberinitiative. Die Nachfrage nach Arbeitskräften im Pflegebereich sei stets da und könne nicht mehr abgedeckt werden. Der Fortbildungskurs „Pflegeassistenz inklusive Führerscheinerwerb“ könne für Arbeitnehmer auch aus anderen Berufen ein Einstieg in die Pflege sein, hofft der Geschäftsführer, weil sie eine Zukunft im Pflegebereich sehen. „Wir helfen, die Hürde ,Führerschein’ abzubauen“, sagt Greiner und verweist darauf, dass dieses Angebot des Jobcenters offen für alle Arbeitgeber ist. H. Werfel

Einsatzmöglichkeiten

Arbeiten können Pflegeassistenten sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich.

Einsatzgebiete sind vor allem Alten- und Pflegeheime sowie Einrichtungen zur Betreuung von Menschen mit Behinderung.

Das sollten Interessenten für den Kurs „Pflegeassistenz“ mitbringen, sagt Diana Kotlowski: Freude am Umgang mit (älteren) Menschen, Einfühlungsvermögen, gesundheitliche Eignung und Sozialkompetenz.

Kontakt: Interessenten melden sich beim BZW, ☎ 03841-258600 oder 258601, im Jobcenter oder in der Arbeitsagentur

LN

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