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Eintauchen in die Abenteuer eines 83-Jährigen

Neukloster Eintauchen in die Abenteuer eines 83-Jährigen

Jo Bentfeld lebt seit 1984 die meiste Zeit am Yukon River / In Neukloster nährte er das Fernweh.

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Jo Bentfeld signierte für Gäste seine Bücher.

Neukloster. „Nach vier Wochen in Deutschland habe ich das Gefühl, die Autos machen alle Jagd auf mich. Dann muss ich wieder nach Hause, wo ich entspannt, gesund und ungefährlich lebe“, gesteht Jo Bentfeld im kleinen Kreis nach der Veranstaltung in der Jugendscheune Neukloster. Eigentlich stammt der gelernte Schreiner, einstige Polizeikommissar, Fachdozent für Wirtschaftswissenschaften und Staatsrecht und heutige Reiseschriftsteller aus Ostrach in Baden-Württemberg. Aber sein eigentliches Zuhause ist seit 1984 in der nördlichen kanadischen Wildnis, im mittleren Yukon-River- Gebiet. Über sein Leben in selbst gezimmerten Blockhütten, allein, nur mit Elchen, Bären, Füchsen, Wölfen, in fantastischer Natur, und die Besuche, die er vielleicht einmal im Jahr bekommt, erzählte er am Mittwochabend auf Einladung der Stadtbibliothek Neukloster. Im ausverkauften Saal erlebten die Zuhörer einen witzigen und spannenden Abenteuerbericht. Dieser war gespickt mit beeindruckenden Bildern von kanadischen Bergen und Wäldern, von Flussreisen, von den Alaska-Indianern, Eskimos und ihrem Leben in den Städten und Dörfern sowie von den einstigen und heutigen Goldsuchern. Immer wieder begeisterten die Naturaufnahmen, vor allem des Indian Summers und von gewaltigen Sonnenuntergängen. Nach zwei Stunden seines Diavortrages hatten die Leute einen umfangreichen Eindruck von seinem Leben in der Yukon-Wildnis.

Jo Bentfeld befindet sich derzeit auf Vortragsreise in Deutschland. Jedes Jahr zieht es ihn in der kalten Jahreszeit in seine zweite Heimat. Auf seinen Lesetouren bietet er auch seine Bücher an. „Um den gefährlichen Autos auf Deutschlands Straßen zu entkommen“, will der 83-Jährige Mitte November wieder „nach Hause“, um „anschriftslos und unerreichbar in der kanadischen Wildnis, im selbst gebauten Blockhaus, drei Tagesmärsche vom letzten Waldweg entfernt, 150 Kilometer nördlich seiner nächsten Nachbarn, den Indianern von Ross River, zufrieden zu leben“.

Kerstin Erz

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