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Nordwestmecklenburg Familien ziehen nach Grevesmühlen
Lokales Nordwestmecklenburg Familien ziehen nach Grevesmühlen
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16:51 05.11.2018
Grevesmühlen wächst, vor allem die Zahl der Kinder nimmt wieder zu. Quelle: FOTO: Michael Prochnow
Grevesmühlen

Während andere Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor mit Einwohnerschwund zu kämpfen haben, bleibt die Bevölkerung in Grevesmühlen seit einigen Jahren stabil. So ziehen vor allem junge Familien in die Stadt. In diesem Jahr zählte die Kommune 347 Zuzüge, verlassen haben die Stadt im gleichen Zeitraum nur 305 Personen. Derzeit leben insgesamt 10 520 Menschen in der Stadt.

Doch diese Entwicklung bedeutet auch, dass Grevesmühlen sich verändern, sich anpassen muss. Bürgermeister Lars Prahler (parteilos) hatte bereits vor seinem Amtsantritt deutlich gemacht, dass die Schaffung von neuen Baugebieten und Wohnraum sowie die Umstrukturierung der Schullandschaft zwingend notwendig seien. So werden derzeit neue Baugebiete am Mühlenberg durch die Wobag und am ehemaligen Sägewerk durch die Stadt vorangetrieben. Das Areal nördlich des Börzower Weges soll langfristig ebenfalls zum Baugebiet für Eigenheime umgewidmet werden. Aktuell in der Umsetzung ist allerdings das knapp ein Dutzend Bauplätze umfassende Gebiet in Neu Degtow, dort sollen in den nächsten Wochen die Erschließungsarbeiten beginnen.

Für das kommende Jahr wird eine Steigerung der Einwohnerzahl erwartet. Denn allein zwei Wohnprojekte sollen 2019 eingeweiht werden. Im Frühjahr wird die Wobag das Eckhaus Kirchstraße/August-Bebel-Straße fertigstellen. 18 Wohnungen befinden sich in dem Komplex, der nicht nur architektonisch ein Gewinn für die Grevesmühlener Innenstadt ist. 48 weitere Wohnungen werden ebenfalls in wenigen Monaten in der Karl-Marx-Straße neue Mieter finden, dort baut eine Investorengruppe Unterkünfte vor allem für ältere Menschen, ein Pflegeangebot ist dort ebenso Bestandteil wie innovative Energietechnik und eine zentrale Lage.

Dass durch dieses Angebot der Anteil der älteren Bevölkerung weiter steigen wird, das ist auch den Verantwortlichen im Rathaus bewusst. Gegengesteuert wird unter anderem mit dem Schulcampus, der größten Investition in Schule und Kinderbetreuung in Grevesmühlen seit Jahrzehnten. So soll nicht nur die Hort- und Kitabetreuung ausgebaut werden, auf der Bürgermeisterwiese soll ein Schulkomplex entstehen, der neuesten Anforderungen entspricht und jungen Familien eine Perspektive bietet.

Zurück zu den Zahlen: Den zwischenzeitlichen Spitzenwert von 10 723 Einwohnern hatte Grevesmühlen im Sommer 2016 erreicht. Der Anstieg war eine Folge der Flüchtlingswelle, die der Stadt kurzzeitig ein Wachstum bescherte. Aktuell leben in Grevesmühlen 194 Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen – 98 Männer und 96 Frauen. Die Zahl der Sterbefälle liegt mit 128 wie auch in den vergangenen Jahren deutlich über der Geburtenrate von 51, die Differenz wird durch die Zuzüge zumindest etwas aufgefangen.

Übrigens: Rein statistisch gesehen haben Single-Männer in Grevesmühlen sehr gute Karten. Denn der Anteil der Frauen an den aktuell 10 555 Einwohnern liegt weiterhin über dem der Männer. 5162 männlichen Grevesmühlenern stehen 5393 Frauen gegenüber. Aber wie so häufig in der Statistik hinkt auch dieser Vergleich, denn Tatsache ist auch, dass die Frauen in der Regel etwas älter werden als die Männer. Und Grevesmühlen mit seinen Wohnanlagen für Senioren und den Wohn- und Pflegeheimen hat einen sehr großen Anteil an über 65-Jährigen.

Michael Prochnow

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