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Nordwestmecklenburg Elektronik verdrängt Handwerk
Lokales Nordwestmecklenburg Elektronik verdrängt Handwerk
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20:50 28.12.2017
Der Wismarer Schuhmacher Alois Karge hatte am 15. Dezember seinen letzten Arbeitstag. Quelle: Foto: Slyvia Kartheuser
Wismar

Ein Beispiel für einen aussterbenden Beruf sei der des Schumachers, sagt Antje Lange, Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Nordwestmecklenburg-Wismar. In Wismar hat sich Schuhmachermeister Alois Karge am 15. Dezember mit 70 Jahren in den Ruhestand verabschiedet. Dennoch wird es ab dem 2. Januar mit Heinz André Vogel neben Maik Oldenburg wieder einen zweiten Schuhmacher in Wismar geben. „Auszubildende in dem Handwerk, das einmal zu den reichsten gehörte, hatten wir allerdings schon seit Jahren nicht mehr“, sagt Antje Lange. Ebenfalls vom Aussterben bedroht ist laut Statistik der Kreishandwerkerschaft der Rundfunk- und Fernsehtechniker. „Dieser Ausbildungsberuf ist fast völlig von der Elektronik verdrängt worden“, erklärt die Geschäftsführerin von Nordwestmecklenburgs Kreishandwerkern. Andere klassische Handwerksberufe – wie Schlosser oder Schmied – seien in dem Begriff Metallbauer aufgegangen. Und während sich der Schlosser nach wie vor einiger Beliebtheit erfreut, lasse sich so gut wie niemand mehr zum Schmied ausbilden, hat Antje Lange herausgefunden. „Anders sieht es mit den Hufschmieden aus“, ergänzt sie.

Aufgrund der vielen Pferdeliebhaber in Nordwestmecklenburg gibt es dafür, wie auch für Sattler, nach wie vor eine Nachfrage. Manche Berufe kommen aber auch erst so nach und nach. Wismar hatte, obwohl Hafenstadt, zum Beispiel lange Zeit keinen Segelmacher. „Das kam erst nach der Wende. Ich erinnere mich noch, den ersten Segelmacher haben wir in den 1990er Jahren auf dem mittlerweile 116 Jahre alten Lotsenschoner ,Atalanta’ ausgebildet“, sagt Antje Lange. Mittlerweile gibt es drei Segelmacher, nicht zuletzt wegen der Yachten, die die Hansestadt Wismar anlaufen.

Sylvia Kartheuser

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