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Eltern sind verärgert über steigende Beiträge in den Kitas

Grevesmühlen/Wismar Eltern sind verärgert über steigende Beiträge in den Kitas

Initiative im Amt Neuburg will eine dauerhaft stärkere Beteiligung des Landes an den Kosten erreichen / Träger begründen Erhöhung mit gestiegenen Entgelten.

Grevesmühlen/Wismar. Den Eltern im Amt Neuburg reicht‘s. Sie haben die Nase voll von ständig steigenden Kita-Beiträgen. 2013 mussten sie für einen Ganztagsplatz im Kindergarten monatlich 121 Euro zahlen, inzwischen sind es fast 164 Euro. Noch gravierender ist der Anstieg bei Krippenplätzen. Für die Betreuung der Ein- bis Dreijährigen müssen Eltern in Neuburg jetzt 369 Euro zahlen, 243 Euro waren es 2013.

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Initiative im Amt Neuburg will eine dauerhaft stärkere Beteiligung des Landes an den Kosten erreichen / Träger begründen Erhöhung mit gestiegenen Entgelten.

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Die Eltern im Amt Neuburg sind nicht die einzigen, die unter den steigenden Kita-Beiträgen leiden. Jetzt haben sie eine Initiative gegründet. „Wir wollen, dass das Land sich deutlich stärker an den Kita-Kosten beteiligt“, sagt Gründungsmitglied Frithjof Lange (35) aus Goldebee, dessen drei Kinder die Kita „Sonnenschein“ in Neuburg besuchen. Michael Homuth (45) steht für die Eltern in der Gemeinde Hornstorf. Im „Spatzenhaus“ im Ortsteil Rohlstorf kostet der Ganztagsplatz im Kindergarten für Eltern 190 Euro und der Krippenplatz 392 Euro — vor vier Jahren mussten sie im Monat 156 und 276 Euro zahlen. In beiden Fällen sind die Gemeinden Träger der Einrichtungen.

Doch auch Träger wie das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Arbeiterwohlfahrt (Awo) oder das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg reichten Tariferhöhungen bei den Entgelten an die Kommunen und Eltern weiter. Einige Beispiele: In der Awo-Kita „Emil Grünbär“ in Wismar stiegen die Elternanteile bei der Ganztagsbetreuung im Kindergarten von 2013 bis 2016 um 40 auf 170 Euro sowie von 285 auf 363 Euro in der Krippe. Im DRK-Kindergarten „Die jungen Weltentdecker“ in Grevesmühlen kostet der Kita-Platz 188 gegenüber 156 Euro vor vier Jahren und im DRK-Kindergarten Boltenhagen 170 statt 130 Euro.

Dagegen nimmt sich die Erhöhung auf 182 Euro in der Diakonie-Kita „Die Kirchenmäuse“ in Schönberg fast bescheiden aus.

Der Hauptgrund für die Steigerung sind nach Auffassung von Kathrin Konietzke, Vorstandsmitglied des DRK Kreisverbands Nordwestmecklenburg, die gestiegenen Entgelte für Betreuer und Erzieher. „Ich stehe voll dahinter. Gerade in der heutigen Zeit ist es schwer, gutes Personal zu finden, und das soll dann aber auch ordentlich bezahlt werden“, sagt Kathrin Konietzke. Dass die Erhöhungen bei den DRK-Kitas von Ort zu Ort unterschiedlich sind, erklärt sie mit Investitionen. „Wenn man ein Gebäude ohne Kredit hat, kann man anders rechnen, als wenn eine Hypothek abzuzahlen ist“, erklärt das Vorstandsmitglied. Und das DRK hat viel neu gebaut oder saniert.

Auch in der Kita „De lütten Plappersnuten“ in Proseken von der privaten Trägerin Karin Prüß müssen Eltern jetzt mehr bezahlen. Die Gemeindevertreterin von Gägelow und Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg (Die Linke) weiß warum: „Die Gemeinde hatte die Räume sehr günstig vermietet, jetzt mussten wir die Miete anheben.“ Folglich müssen Eltern tiefer in die Tasche greifen. 130 Euro kostet sie der Kita-Platz, 2013 waren es 119 Euro.

In Sachen Kita ist die bildungspolitische Sprecherin Simone Oldenburg auf die Landesregierung nicht gut zu sprechen. „Das Land hat sich bei den Kosten für die Vollverpflegung und bei den Tariferhöhungen für Betreuer und Erzieher komplett rausgenommen. Kreise, Wohnsitzgemeinden und Eltern müssen die gestiegenen Kosten ganz allein tragen“, sagt sie.

Sie hofft auf eine baldige Entlastung „wenigstens für die Eltern“. Der Grund ist: Mecklenburg-Vorpommern erhält vom Bund aus dem nicht gezahlten Betreuungsgeld 4,5 Millionen Euro zusätzlich. Die Zuweisung ist zweckgebunden zur Verbesserung der Kindertagesbetreuung. Nordwestmecklenburg bekommt 221500 Euro plus knapp 129000 Euro für die Wohnsitzgemeinden. „Ich fände es gut, wenn der Landkreis das Geld nehmen würde, um die Kosten für die Vollverpflegung zu zahlen“, erklärt die Kommunal- und Landespolitikerin. Das würde die Eltern ein wenig entlasten.

Das reicht der im Amt Neuburg gegründeten Elterninitiative nicht. Sie will eine dauerhaft höhere Beteiligung des Landes und hat eine Unterschriftenaktion gestartet. „Noch sind wir aber ganz am Anfang“, sagt Frithjof Lange.

Von Sylvia Kartheuser

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