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Nordwestmecklenburg Endlich: Spielplatz auf der Bürgerwiese wird gebaut
Lokales Nordwestmecklenburg Endlich: Spielplatz auf der Bürgerwiese wird gebaut
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20:30 01.06.2017
Jede Menge Platz zum Spielen bietet die Bürgerwiese im Herzen der Stadt Grevesmühlen. Quelle: Foto: Ronald Gross
Grevesmühlen

Alles andere als ein Kinderspiel war die Planung und Vorbereitung für die Sanierung des Spielplatzes auf der Bürgerwiese in Grevesmühlen. Bürgermeister Lars Prahler, vor seiner Wahl zum Stadtoberhaupt zehn Jahre lang Bauamtsleiter der Stadt, hatte die Pläne für das ehrgeizige Vorhaben seit etlichen Jahren in der Schublade. Doch angesichts der Kosten von inzwischen rund 400000 Euro stand das Vorhaben lange auf der Kippe.

Für 400 000 Euro entsteht eine Spiellandschaft für alle Generationen.

Seit gestern ist es nun amtlich. Der offizielle Spatenstich für den Baubeginn erfolgte zum Kindertag und im Rahmen des Sportfestes der Grundschule Fritz-Reuter. Einziger Wermutstropfen. „Die Arbeiten werden über den Sommer stattfinden, das war anders geplant, lässt sich leider nicht ändern, so dass der Spielplatz in den nächsten Monaten zur Baustelle wird“, erklärte Lars Prahler.

Teurer als geplant

Ursprünglich sollte der Spielplatz in diesem Frühjahr übergeben werden. Der Start der Bauarbeiten war Ende 2016 geplant, das Wirtschaftsministerium hatte vor einem Jahr bereits die Fördermittel zur Verfügung gestellt. Doch die Ausschreibung der Arbeiten ergab, dass statt rund 300000 Euro die Kosten auf mehr als 400000 Euro stiegen. Die Finanzierung stand ebenso auf der Kippe wie das ganze Vorhaben. „Es gab etliche Gespräche, am Ende hat das Wirtschaftsministerium 75 Prozent der Gesamtsumme übernommen“, so der Bürgermeister. Nun gibt es einen neuen Zeitplan: In drei bis vier Wochen rücken die Bagger an, im September werden die Spielgeräte geliefert, die gerade ein Tischler anfertigt. Zur Kulturnacht am 31. Oktober soll der Spielplatz dann eingeweiht werden.

Für alle Generationen

Alles außer konventionell: So lässt sich der neue Spielplatz beschreiben, der den Begriff „Spielplatz“ vollkommen neu definiert. Denn geplant sind dort keine herkömmlichen Spielgeräte. Auch wenn Lars Prahler gestern betonte, dass auch eine Rutsche und ein Klettergerüst aufgestellt werden sollen, so werden die Geräte sich doch deutlich von jenen unterscheiden, die bislang auf der Bürgerwiese stehen. Es werden Holzgerüste sein, die sowohl für Kinder ab einem Jahr als auch für Jugendliche Anforderungen und Spaß bieten.

Aber es soll auch ein Areal werden, auf dem auch die ältere Generation zur Bewegung angeregt wird. Die Sitzbänke beispielsweise, die rund um die Geräte stehen werden, sind mit Pedalen ausgerüstet.

Wenn Oma und Opa den Enkeln beim Spiel zuschauen, können sie sich ebenfalls fit halten. Das Konzept dieses Bewegungsparks ist nicht neu, in Grevesmühlen aber bislang wenig beachtet worden. Auf dem Tannenberg hatte der damalige Bürgermeister Jürgen Ditz beispielsweise einen kleinen Sportpark eingeweiht, der vor allem für die ältere Generation gedacht ist. Nur findet den Park kaum jemand. Die alten Spielgeräte der Bürgerwiese, die demnächst abmontiert werden, sollen übrigens auf dem Spielplatz am Kapellenberg aufgestellt werden.

Inklusion auf dem Spielplatz

Ein Rollstuhlfahrer auf dem Klettergerüst? Gibt es nicht? Doch, gibt es bald in Grevesmühlen. Die Anlage ist so konzipiert, dass Rollstuhlfahrer bis auf die untere Ebene des Klettergerüstes fahren können und die Stangen erreichen. Zudem sind die Wege und Spielgeräte mit Blindenschrift gekennzeichnet.

Kritiker sagen, dass Rollstuhlfahrer kaum Bedarf hätten, ein Klettergerüst zu benutzen. Doch die Barrierefreiheit hat mehrere Vorteile, denn auf diese Weise gibt es auch Platz für Kinderwagen, die Wege sind breiter und leichter begehbar. Allein die Tatsache, dass es die Möglichkeit gibt, fördert das Thema Inklusion.

Videoüberwachung

Sicherheit: Vandalismus, angetrunkene Jugendliche, frei laufende Hunde – es gibt viele Faktoren, die in den vergangenen Jahren dazu geführt haben, dass das Thema Videoüberwachung auf den Tisch kam. Auch für den neuen Spielplatz auf der Bürgerwiese wurde die Installation von Kameras erneut diskutiert.

Mit dem Ergebnis, dass der Landesdatenschutzbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern den Plänen aus Grevesmühlen eine Abfuhr erteilte. Aus datenschutzrechtlichen Gründen sei eine Videoüberwachung rechtlich äußerst schwierig, hieß es dazu aus Schwerin. Das hatte auch Bürgermeister Lars Prahler bereits angedeutet. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

Michael Prochnow

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