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Nordwestmecklenburg Enthusiastisches Publikum in Schönberg
Lokales Nordwestmecklenburg Enthusiastisches Publikum in Schönberg
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20:17 03.08.2016
Rund 80 junge Musiker gehören zum Landesjugendorchester, das am Dienstag in Schönberg ein Konzert gab. Quelle: OZ

Am Dienstagabend hatte der Schönberger Musiksommer seinen Höhepunkt an wechselseitigem Enthusiasmus. Einerseits das Landesjugendorchester Mecklenburg-Vorpommern, das bei seiner diesjährigen Sommertour wiederum in der Schönberger Kirche gastierte: 80 junge Musiker zwischen 13 und 21 Jahren, der hoffnungsvolle Nachwuchs des Landes fürs klassische Musizieren, in einer umfangreichen sinfonischen Besetzung, die die Profiorchester des Landes nur neidisch machen kann. Unter der Leitung ihres etatmäßigen Dirigenten Stanley Dodds (46), Mitglied der Berliner Philharmoniker, prunkten sie mit der Kraft und dem Volumen ihres pastosen Orchesterklangs.

Andererseits ein Publikum, das sich bereitwilligst genau davon enthusiasmieren ließ und für das „märchenhafte“ Programm aus lauter Seltenheiten mit Beifall nicht geizte. Das galt schon für den noch etwas breiten Strauss-Walzer „Märchen aus dem Orient“ (1892). Ovationen gab es dann schon für den ungewöhnlichen Solisten des Abends, den bewundernswerten litauischen Akkordeon-Virtuosen Martynas (26), Publikumspreisträger 2014 der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Er präsentierte hier seine Kunst, diesem Instrument virtuose Künste und überraschende Klangeffekte zu entlocken, mit der bunten Suite „Pohádky (Märchen)“ (1959) des tschechischen Komponisten Václav Trojan: eine frische, spritzige, witzige, hitzige Musik mit sentimentalen Biegungen. Nur trat ihm das Orchester gelegentlich dynamisch zu nahe, wofür er sich mit einer fulminanten Zugabe entschädigte, einem Vivaldi-Satz, der in seiner Kunstfertigkeit eindrucksvoller war als das, dem er zugegeben wurde.

Abschließend entfaltete das Orchester seine Leistungskraft mit einem weiteren Märchen, „Pohádka“ (1898) vom Böhmen Josef Suk, dem Schwiegersohn Dvoráks, eine opulente spätromantische Tondichtung zu einem Liebesdrama, das aber tröstlich ausgeht (und am ersten Pult gab der Schweriner Florian Michels (19) mit seiner Solovioline der liebenden schönen Seele eine Stimme). Die effektvolle orchestrale Gestaltung riss das Publikum vollends hin, so dass seine Standing Ovations nur mit drei Zugaben beantwortet werden konnten, darunter wiederum zwei Walzer, die „Valse triste“ von Sibelius und „Die Ballkönigin“ von Leroy Anderson.

Heinz-Jürgen Staszak

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