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Entscheidung für P+S-Werften naht - Land will weiter helfen

Stralsund Entscheidung für P+S-Werften naht - Land will weiter helfen

Der Schicksalstag für die P+S-Werften naht. Werftenmanager Fuchs will die Gespräche mit Kunden und Lieferanten schnell abschließen und auch zügig bewerten. Ist die Insolvenz noch abwendbar?

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Die «Copenhagen» (l) und «Berlin» am Montag auf der P+S-Werft Stralsund. Die beiden Scandlines-Fährschiffe sollten ursprünglich seit Sommer zwischen Rostock und Gedser pendeln, konnten aber bisher noch nicht fertiggestellt werden.

Quelle: dpa

Stralsund. Für die von der Insolvenz bedrohten P+S-Werften in Stralsund und Wolgast steht die Entscheidung kurz bevor. Werftenmanager Fuchs wollte nach Angaben seines Sprechers bis Dienstagabend die Gespräche mit Kunden und Lieferanten zu Ende bringen. Noch in der Nacht wollte er eine Bewertung vornehmen. „Wir können eine Insolvenz nicht mehr ausschließen“, sagte ein Werftensprecher am Dienstag.

Der Zeitdruck ist groß, vor allem weil Ende dieser Woche die Löhne der knapp 2000 Werftarbeiter sowie Sozialabgaben fällig sind - Medienberichten zufolge sieben Millionen Euro. Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) rechnete deshalb mit einer baldigen Entscheidung. Er sieht das Land aber weiterhin mit in der Pflicht, maritime Standorte in Mecklenburg-Vorpommern zu erhalten. Laut Glawe steht das Land bislang für Schiffbau- und Liquiditätskredite im Umfang von 271 Millionen Euro gerade. Zudem verbürgt auch der Bund dem Vernehmen nach reguläre Schiffbaukredite im Umfang von rund 170 Millionen Euro.

Vor gut einer Woche hatten Land und Bund die staatliche Rettungsbeihilfe für die Werften gestoppt, nachdem 70 Millionen der dafür bereitgestellten 152 Millionen Euro ausgezahlt worden waren. Ein Insolvenzantrag lässt sich nach Angaben der Werft nur vermeiden, wenn Kunden und Lieferanten zu finanziellen Zugeständnissen bereit sind.

Eine zentrale Rolle spielt die Reederei Scandlines als wichtiger Kunde. Die Auslieferung zweier Fähren verzögert sich Werftangaben zufolge inzwischen auf Januar und Mai 2013.

„Die Scandlines-Fähren sind ein wichtiger Bestandteil des Zukunftskonzeptes für die Volkswerft Stralsund“, sagte ein Werftensprecher. Aber: „Scandlines mauert.“ Statt über die Arbeiten an den zwei Scandlines-Fähren zu verhandeln, liefern sich Scandlines und die P+S-Werften seit Montag einen öffentlichen Schlagabtausch.

Die beiden je 169 Meter langen Fähren gelten als Schlüsselprojekt auf der Stralsunder Werft und sollten ursprünglich seit Sommer zwischen Rostock und Gedser pendeln. Sie liegen seit Wochen am Ausrüstungskai und wurden wegen ungelöster Bauprobleme bisher nicht fertiggestellt. Scandlines befürchtet, dass die Fähren zu schwer sind und wegen des höheren Tiefganges auf der Linie Rostock-Gedser nicht eingesetzt werden können.

Scandlines kritisierte, die Werft habe der Reederei bisher „keine hinreichenden Informationen zukommen lassen, die garantieren, dass die Neubauten nach den vertraglich vereinbarten technischen Vorgaben geliefert werden können“. Ein für Dienstag von der P+S-Werftenleitung geplantes Gespräch mit der Reederei findet nicht statt. Scandlines habe mitgeteilt, dass man sich nicht vor Donnerstag oder Freitag treffen könne, teilte ein Werftensprecher mit.

Die Werften sind schon seit 2008 mit der Finanz- und Schiffbaukrise in finanziellen Schwierigkeiten - damals noch als Hegemann-Werften. Lieferverzögerungen bei den Scandlines-Großfähren und zwei Spezialfrachtern für DFDS hatten die Situation weiter verschärft.

Der Betriebsrat in Stralsund hofft trotz der stockenden Verhandlungen mit Scandlines auf eine Zukunft der P+S-Werften. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagte Betriebsratsvorsitzender Jürgen Kräplin. Fuchs habe in der vergangenen Woche viele Gespräche mit Zulieferern und Kunden geführt. Eine abschließende Bewertung sei dem Betriebsrat noch nicht bekannt. „Wie es weitergeht, ist schwer zu sagen.“

Glawe sagte: „Auch aus einer Insolvenz können neue Chancen erwachsen, wie das Beispiel der Nordic-Werften in Wismar und Rostock gezeigt hat.“ Diese hätten nach dem Neubeginn 2009 mit dem Bau von Umspannplattformen für Windparks auf See ein neues, zukunftsfähiges Geschäftsfeld für sich erschlossen.

LN

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