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Erinnerungen an den Förderverein in Klütz

Klütz Erinnerungen an den Förderverein in Klütz

Die ehemalige Vorsitzende Barbara Schenk gratuliert dem Literaturhaus „Uwe Johnson“ in der Schlossstadt.

Klütz. Barbara Schenk, die ehemalige Vorsitzende des Fördervereins „Uwe Johnson“, schreibt aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Literaturhauses aus ihrer Heimat Las Palmas:

 

LN-Bild

Barbara Schenk

„Manchmal habe ich Heimweh und sehne mich nach den Wellen der Ostsee...“ lässt Uwe Johnson seine Gesine in dem Romanzyklus „Jahrestage“ zu ihrer Tochter Marie sagen — und sicher trifft das auch für mich zu, denn ich verließ die Ostsee vor zehn Jahren aus dienstlichen und persönlichen Gründen, habe aber den Atlantik als guten Ersatz in meiner Nähe.

Durch Zufall fand ich im Internet, dass das Literaturhaus „Uwe Johnson“ sein zehnjähriges Bestehen begeht. Herzlichen Glückwunsch! Als ehemalige erste Vorsitzende des Fördervereins „Uwe Johnson“

erinnere ich mich an die Tage der Gründung des Vereins, der für die Grundsteinlegung des Hauses Voraussetzung war, sowie an unsere ersten literarischen Veranstaltungen, die irgendwo an zahlreichen Orten des Klützer Winkels oder außerhalb stattfanden, da das Haus noch nicht bestand. Wie froh war nicht nur die Leitung des Vorstandes, die damals aus meiner Kollegin und Freundin Hannelore Schmidt sowie aus der Frau des damaligen Bürgermeisters, Gisela Fischer, und mir bestand, sondern auch alle ursprünglichen 23 Mitglieder des Vereins, dass am 5. Juni 2003 die Eintragung ins Vereinsregister vollzogen wurde. Bis dahin war es ein langer Weg, damit beginnend, dass mich mein damaliger Direktor, Reinhard Nowak, auf einer Ratssitzung als Mitglied des Vereins vorgeschlagen hatte, als über den bevorstehenden Umbau des alten Speichers in Klütz beraten wurde. Denn „Jerichow war Anfang der 1930er Jahre eine der kleinsten Städte in Mecklenburg-Schwerin (...) mit einer Kirche (...), deren Turm mit einer Bischofsmütze verglichen wird (...)“ (aus „Jahrestage“ von Uwe Johnson) — und für alle Literaturwissenschaftler sowie Historiker konnte das nur Klütz sein. Die verträumte Stadt sollte ein Anziehungspunkt für Touristen werden.

Grund für den Vorschlag meines Direktors waren meine kurz zuvor erworbenen Kenntnisse über Uwe Johnson, die ich mir auf zahlreichen Fortbildungen während der Tagungen der Konrad-Adenauer-Stiftung angeeignet hatte — zu denen Ossi-Deutsch-Lehrer nach der Wende eingeladen wurden, um sich mit den Schriftstellern auseinanderzusetzen, die bis dahin für sie tabu waren. Als Deutschlehrerin begann ich mich danach intensiv mit dem Werk Johnsons auseinanderzusetzen und sein erster Roman wurde auch mein erster hier an der deutschen Schule in Las Palmas: „Ingrid Babendererde“.

Der damalige Bürgermeister Dieter Fischer bat mich, dem geplanten Verein beizutreten, und ich sagte zu, nicht wissend, dass ich später auch den Vorsitz übernehmen sollte. Am 23. Oktober 2002 wurde der Förderverein „Uwe Johnson“ gegründet mit dem Ziel, an der Realisierung einer Begegnungsstätte zur Aufarbeitung des Erbes und der Werke des Autors Uwe Johnson im Speicher/Thurow in der Stadt Klütz mitzuwirken und ebenso Plattform für Autoren zu sein, die sich mit der Geschichte der beiden deutschen Staaten auseinandersetzen. Voller Euphorie begannen wir an der Verwirklichung unserer Ziele.

Erste Lesungen fanden statt, im November 2002 las Ilse Wunder ihre persönliche und bewegende Geschichte ihrer Ost-West-Beziehung, die ihre Verbundenheit zu Mecklenburg als neue Heimat verdeutlichte.

Zu einer literarischen Begegnung mit Uwe Johnson luden Schülerinnen des Schönberger Gymnasiums im Januar 2003 nach Boltenhagen ein, die gemeinsam mit Hannelore Schmidt aus dem Roman „Ingrid Babendererde“ lasen. Besonderer Höhepunkt war ein Treffen mit Peter Nöldechen, dem Herausgeber des „Bilderbuch(s) von Johnson Jerichow und Umgebung“, der im Juli 2003 aus seinem neuen Manuskript las und dem ich für die Zusammenarbeit mit dem Förderverein meinen besonderen Dank für seine Unterstützung aussprechen möchte!

LN

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